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Düngemittelpreise steigen durch Nahostkonflikt drastisch an

Die Düngemittelpreise in Deutschland sind zuletzt erheblich angestiegen, was insbesondere den Getreideanbau unter Druck setzt. Die Eskalation im Nahen Osten hat die Kosten für Energie, Vorprodukte und Logistik erhöht, was sich direkt auf den Düngemittelmarkt auswirkt.

Anstieg der globalen Düngemittelpreise

Bereits im Februar 2026 verzeichnete der globale Düngemittelmarkt einen spürbaren Preisanstieg, noch bevor die Konflikte im Nahen Osten die Preise weiter beeinflussten. Laut Angaben der Weltbank stieg der Düngemittelindex im Vergleich zum Januar um 6,5 %, wobei Stickstoff- und Phosphatdünger besonders betroffen waren. Harnstoff notierte bei 472 USD pro Tonne, während Diammonphosphat (DAP) bei 626,5 USD pro Tonne lag.

Auswirkungen des Iran-Konflikts

Der Iran-Konflikt hat erhebliche Auswirkungen auf die Energie- und Rohstoffpreise, da etwa ein Drittel des globalen Düngemittelhandels durch die Straße von Hormus erfolgt. Erdgas ist ein entscheidender Faktor für die Produktion von Ammoniak und Harnstoff. Die steigenden Energiepreise könnten bis zu 70 % der Produktionskosten ausmachen und somit die gesamte Versorgungskette beeinflussen.

In Europa sind die Auswirkungen besonders spürbar: Die Gaspreise sind infolge des Konflikts zeitweise um mehr als 60 % gestiegen. Dies erhöht den Preisdruck auf Stickstoffdünger weiterhin erheblich.

Abhängigkeit von Importen in der EU

Die EU ist stark abhängig von Düngemittelimporten. Schätzungen zufolge werden etwa 45 % des Stickstoffs, 46 % der Phosphate und 58 % des Kaliums importiert. Diese Abhängigkeit verstärkt den Druck auf europäische Landwirte angesichts steigender globaler Preise.

Preisentwicklung am deutschen Markt

Auch am deutschen Kassamarkt sind deutliche Preissteigerungen zu verzeichnen. Der Preis für geschützten Harnstoff stieg im März um 141 Euro pro Tonne auf 684 Euro pro Tonne. Andere Düngerarten wie Kalkammonsalpeter und AHL verzeichneten ebenfalls deutliche Anstiege.

Zwar ist Ware grundsätzlich verfügbar, doch das Angebot in einigen Segmenten hat sich verengt. Viele Landwirte haben sich frühzeitig mit Düngemitteln eingedeckt, weshalb das aktuelle Preisniveau vor allem Neugeschäfte betrifft.

Konsequenzen für Getreideanbau

Die Kostenexplosion betrifft besonders den Weizenanbau, da dieser auf eine bedarfsgerechte Stickstoffversorgung angewiesen ist. Steigende Preise stellen die Wirtschaftlichkeit weiterer Düngergaben infrage und erhöhen gleichzeitig das Risiko eines Qualitätsverlusts beim Brotweizen.

Bedeutung für Maisproduktion

Auch Maisanbauer stehen vor Herausforderungen: Mais benötigt viel Stickstoff, weshalb steigende Kosten die Rentabilität gefährden könnten. Eine Verringerung oder Verschiebung der Stickstoffgaben könnte das Ertragspotenzial beeinträchtigen. Zudem verteuert ein schwächerer Euro Importwaren weiter.

Für den Getreidesektor bedeutet dies eine kurzfristig angespannte Beschaffungslage ohne Aussicht auf schnelle Entspannung.

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