Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich im Sauerland weiter aus und hat nun auch den Hochsauerlandkreis erreicht. Dort wurde erstmals ein infiziertes Wildschwein außerhalb der bisher eingezäunten Kernzone gefunden, was die Effektivität der bisherigen Seuchenbekämpfungsmaßnahmen in Frage stellt.
Unzureichende Schutzmaßnahmen
Laut Nicole Heitzig, Präsidentin des Landesjagdverbandes NRW, zeigt der jüngste Fund, dass die vermeintliche Sicherheit durch Zäune trügerisch ist. Ein Schutzzaun in Kombination mit regulärer Jagd und dem Einsammeln toter Tiere reicht nicht aus, um die ASP wirksam einzudämmen. Die Beteiligten vor Ort leisten zwar Außerordentliches, dennoch bleibt die Tierseuche unberechenbar. Heitzig warnt vor möglichen volkswirtschaftlichen Schäden, sollte die ASP das Münsterland oder andere Regionen erreichen.
Mögliche Ursachen für die Verbreitung
Heitzig sieht mehrere Möglichkeiten, wie das Virus trotz Zaun seine Barriere überwinden konnte. Wildschweine könnten durch den Zaun Kontakt haben, besonders während der Rauschzeit. Menschen und Haustiere könnten das Virus ebenfalls verschleppt haben, da es im Erdreich lange überleben kann. Andere Tiere wie Greifvögel oder Wölfe könnten ebenfalls zur Ausbreitung beitragen. Schließlich ist es denkbar, dass Wildschweine den Zaun tatsächlich überwunden haben.
Notwendige Maßnahmen zur Eindämmung
Um die ASP wirksam zu bekämpfen, fordert Heitzig umfassende Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit. Dazu gehört auch die Diskussion über unpopuläre Entscheidungen wie Waldbetretungsverbote in den betroffenen Gebieten. Da die Sperrzone mittlerweile jedoch sehr groß ist, wäre eine vollständige Sperrung möglicherweise nicht verhältnismäßig.
Jäger vor Ort benötigen Unterstützung durch Berufsjäger und verstärkte Maßnahmen im Kerngebiet. Der Einsatz von Saufängen sollte intensiviert werden. Zudem schlägt Heitzig eine landesweite Abschussprämie von 100 Euro pro Wildschwein vor, um den finanziellen Aufwand der Jäger auszugleichen und deren Motivation zu steigern.
Kritik an aktuellen Maßnahmen
Die Förderung der Wildschweinabschüsse allein greift zu kurz, betont Heitzig. Eine flächendeckende Aufstellung von Konfiskattonnen zur hygienischen Entsorgung von Schwarzwildüberresten sei notwendig und bereits in einigen Kreisen erfolgreich umgesetzt worden. Diese Maßnahmen sollten landesweit verpflichtend sein.
