Der deutsche Markt bleibt weiterhin der größte Abnehmer von Wirtschaftsdünger aus den Niederlanden. Ein bemerkenswerter Anstieg ist insbesondere beim Import von Geflügelmist und Rindergülle zu verzeichnen, während die Einfuhr von Schweinegülle deutlich zurückging.
Exportsteigerung niederländischer Wirtschaftsdünger
Im Jahr 2025 verzeichneten die Niederlande eine signifikante Steigerung ihrer Düngerausfuhren im Vergleich zum Vorjahr. Laut einem Bericht der niederländischen Unternehmensagentur RVO stieg das Ausfuhrvolumen um 25,8 % auf insgesamt 3,41 Millionen Tonnen, während es 2024 noch bei 2,71 Millionen Tonnen lag.
Deutschland als Hauptabnehmer
Deutschland behält seine Position als wichtigster Absatzmarkt für niederländischen Wirtschaftsdünger. Hier stiegen die Importe um 40,9 % auf über 1,7 Millionen Tonnen. Auch Frankreich und Belgien erhöhten ihre Importe um 14,1 % beziehungsweise 13,8 %.
Anstieg bei Geflügelmist- und Rindergülleeinfuhren
Eine besonders starke Nachfrage in Deutschland zeigte sich bei Geflügelmist mit einem Exportzuwachs von 58,6 %. Die niederländischen Exporte von Rindergülle nach Deutschland stiegen ebenfalls erheblich an und lagen bei 23.000 Tonnen – ein Anstieg um 39,4 %.
- Mischdünger: 1,27 Mio. t (+46,5 %)
- Pferdemist: 150.000 t (+14,0 %)
- Geflügelmist: 244.000 t (+58,6 %)
- Rindergülle: 23.000 t (+39,4 %)
- Schweinegülle: 75.000 t (-7,4 %)
Zunehmender Rindergülleexport durch strenge Regulierungen
Einer der Gründe für den deutlichen Anstieg beim Export von Rindergülle sind die verschärften Düngevorgaben in den Niederlanden. Diese führten dazu, dass Milchviehhalter weniger Gülle auf ihren eigenen Flächen ausbringen konnten und somit gezwungen waren, größere Mengen zu exportieren.
Sinkende Schweinegülleexporte infolge struktureller Veränderungen
Im Gegensatz dazu ging der Export von Schweinegülle seit dem Jahr 2020 stark zurück. Während die niederländischen Schweinehalter damals noch insgesamt 295.500 Tonnen Gülle nach Deutschland lieferten, reduzierte sich diese Menge bis zuletzt auf nur noch 75.000 Tonnen – ein Rückgang von etwa 75 %. Dieser Trend ist vor allem auf das Ausstiegsprogramm für Schweinebetriebe zurückzuführen; bis Mitte Dezember 2025 hatten sich bereits 573 Betriebe für eine Teilnahme registriert.
