Rumänien hat seine Rolle als bedeutender Geflügelexporteur innerhalb der Europäischen Union gestärkt. Die rumänische Veterinär- und Lebensmittelsicherheitsbehörde (VFSA) berichtet, dass führende Unternehmen im Geflügelsektor erhebliche Investitionen in neue Produktions- und Exportkapazitäten tätigen. Diese Entwicklungen markieren Rumäniens Strategie, seine Exportpräsenz weiter auszubauen.
Wachstum der Geflügelproduktion
In den letzten zehn Jahren ist die Produktion von Geflügelfleisch in Rumänien um etwa 35 % gestiegen, was 2024 eine Gesamtmenge von 550.000 Tonnen erreichte. Parallel dazu haben sich die Exporte von einem Wert von 140 Millionen Euro auf 270 Millionen Euro nahezu verdoppelt. Die VFSA hebt hervor, dass rund 80 % dieses Wachstums in den letzten drei Jahren erzielt wurden. Damit hat das Land inzwischen die Selbstversorgung erreicht und fokussiert sich zunehmend auf den internationalen Markt.
Bedeutende Investitionen der Branchenführer
Einen wesentlichen Beitrag zu dieser Entwicklung leisten die Expansionen großer Integrationsunternehmen. Der Marktführer Carmistin plant, seine Produktion bis 2026 auf zwischen 140.000 und 150.000 Tonnen auszuweiten, nachdem es für 2025 eine Menge von etwa 120.000 Tonnen anstrebt. Bereits Mitte 2025 eröffnete das Unternehmen ein neues Schlacht- und Verarbeitungswerk, das schrittweise eine Kapazität von bis zu 100 Millionen Masthähnchen pro Jahr erreichen soll.
Carmistin konnte zudem seine Exportumsätze 2024 auf etwa 27,5 Millionen Euro verdreifachen und rechnet für 2025 mit einem Anstieg auf ungefähr 88,5 Millionen Euro. Das Unternehmen beliefert mittlerweile über 30 Länder weltweit.
Konkurrenz zieht nach
Nicht nur Carmistin expandiert: Auch andere bedeutende Akteure wie Agricola investieren kräftig. Nach einer Investition von rund 250 Millionen Euro, meldete Agricola für 2024 die Erreichung der geplanten Produktionskapazitäten. Seit 2009 hat sich ihre Geflügelfleischproduktion um stolze 145 % erhöht.
Sonderstellung im Außenhandel
Laut VFSA bleibt die Geflügelindustrie eines der stärksten Segmente des rumänischen Ernährungssektors. Trotz eines Handelsdefizits von circa 5 Milliarden Euro im Bereich Lebensmittel und lebende Tiere im Jahr 2024, ist Geflügelfleisch eine Ausnahmeerscheinung: Während Rumänien viele Produkte importieren muss, stärkt es gerade in diesem Segment seinen Export.
Zukünftig wird erwartet, dass die steigenden Kapazitäten den Wettbewerbsdruck auf dem europäischen Markt für Geflügelfleisch weiter erhöhen werden.
