Die europäischen Landwirte müssen sich auf eine veränderte Versorgung mit Sojabohnen einstellen. In den ersten sechs Monaten der Saison 2025/2026 importierte die EU insgesamt 6,0 Millionen Tonnen Sojabohnen, was einem Rückgang von rund 939.000 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Diese Entwicklung könnte Auswirkungen auf die Kosten und Verfügbarkeit von Futtermitteln haben.
USA dominieren weiterhin den Markt
Trotz eines Rückgangs bleibt die USA der wichtigste Lieferant für europäische Sojabohnenimporte. Die Vereinigten Staaten lieferten im genannten Zeitraum 2,74 Millionen Tonnen, was einem Rückgang von etwa 16 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Mit einem Anteil von 46 % an den Gesamteinfuhren bleibt das Land jedoch der wichtigste Partner für die EU in dieser Hinsicht.
Bedeutender Rückgang aus Brasilien
Brasilien, ein weiteres bedeutendes Herkunftsland für Sojabohnen, verzeichnete ebenfalls einen Rückgang der Lieferungen in die EU. Die Importe sanken um 19 % und beliefen sich auf 2,01 Millionen Tonnen. Dies bedeutet, dass Brasilien nun etwa ein Drittel aller EU-Sojaimporte ausmacht. Dieses Defizit könnte den Druck auf europäische Agrarbetriebe erhöhen, alternative Quellen zu finden oder höhere Preise zu akzeptieren.
Kanada als wachsender Lieferant
Während viele traditionelle Lieferanten ihre Exporte reduzierten, konnte Kanada seine Position verbessern. Von dort wurden 573.615 Tonnen importiert, was einem Anstieg von 43 % im Vergleich zur vorherigen Saison entspricht. Diese Zunahme stellt eine wichtige Diversifizierung der Bezugsquellen für europäische Betriebe dar und könnte dazu beitragen, die Versorgungsengpässe teilweise zu kompensieren.
Lage in der Ukraine verschärft sich
Zudem gingen die Sojabohnenlieferungen aus der Ukraine um 21 % zurück und erreichten lediglich 599.347 Tonnen. Diese Entwicklung ist besonders bedeutsam angesichts der geopolitischen Lage und den damit verbundenen Unsicherheiten in der Region.
