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Massey Ferguson startet mit Renntraktor bei Wüstenrallye

Jedes Jahr findet in Saudi-Arabien die bekannte Dakar-Rallye statt. Doch daneben zählt auch die „Morocco Desert Challenge“ zu den weltweit bedeutendsten Rallyes. Acht Etappen führen die Teilnehmer tief in den Süden Marokkos hinein, direkt in die Weiten der Sahara.

An der Rallye können Fahrzeuge aus vier Klassen teilnehmen: Motorräder und Quads, Side-by-Side-Buggys, Autos sowie Trucks. In der letztgenannten Klasse gab es diesmal eine ungewöhnliche Premiere: Erstmals nahm ein Traktor teil, ein speziell präparierter Massey Ferguson aus der 8S-Baureihe.

Ursprünglich erreicht der 8S-Traktor maximal 301 PS. Für die Wüstenrallye wurde jedoch der AGCO-Power-Motor mit 7,4 Litern Hubraum speziell abgestimmt, sodass er rund 400 PS leisten konnte. Zusätzlich erhielt der Traktor einen größeren Zusatztank, um den höheren Kraftstoffverbrauch unter Rennbedingungen auszugleichen.

Beim Getriebe entschieden sich die Verantwortlichen für die serienmäßige Dyna E-Power Doppelkupplungsvariante. Laut Massey Ferguson verbindet dieses Getriebe die Vorteile einer stufenlosen Schaltung mit der direkten Kraftübertragung eines mechanischen Getriebes.

Die Auswahl fiel auf dieses Seriengetriebemodell, weil der Traktor damit jederzeit unterbrechungsfrei maximale Leistung übertragen kann, was gerade auf sandigem Gelände entscheidend ist. Das Team lobte insbesondere die Zuverlässigkeit und Reaktionsschnelligkeit der Schaltung.

Das Getriebe bewährte sich über die gesamte Distanz von mehr als 2.000 Kilometern anspruchsvoller Wüstenfahrt. Während dieser Zeit absolvierte es problemlos über 13 Stunden intensiver Gangwechsel und bewies damit seine Robustheit und Wettbewerbstauglichkeit.

Für den Einsatz in Marokko wurde die Höchstgeschwindigkeit des Massey Ferguson auf 75 km/h angehoben. Michelin Evobib VF-Reifen kamen in den Dimensionen 600/70 R30 vorne und 710/70 R42 hinten zum Einsatz. Ergänzend erlaubte ein zentrales Reifendruckregelsystem von PTG, den Druck jederzeit schnell und passend an die unterschiedlichen Geländegegebenheiten anzupassen.

Darüber hinaus erhielt der Rallye-Traktor weitere umfassende Anpassungen, darunter einen vollständigen Überrollkäfig, zwei Rennsitze mit Sicherheitsgurten, eine versetzte Bedieneinheit sowie ein Ersatzrad inklusive eines 180 Grad schwenkbaren Krans am Heck. Auch die Vorderachsfederung wurde modifiziert, während die Seitenscheiben durch Polycarbonat ersetzt wurden und Kameras die Außenspiegel ersetzten.

Die Umbauten erfolgten in enger Zusammenarbeit zwischen Massey Ferguson und dem Schweizer Landtechnik-Händler Kufferagri Sarl, der die Idee eines Kunden aufnahm und realisierte.

Insgesamt erreichte der speziell präparierte Traktor bei seiner ersten Teilnahme an der anspruchsvollen Wüstenrallye den 75. Platz von insgesamt 144 gestarteten Fahrzeugen über alle Kategorien hinweg. Innerhalb der Truck-Klasse landete der Massey Ferguson auf einem beachtlichen vierten Rang von insgesamt acht Teilnehmern.

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