Anzeige
 

Molkereien erhöhen Milchpreise um bis zu 2 Cent

Im August haben zahlreiche deutsche Molkereien ihre Auszahlungspreise für Milch angehoben. In einigen Fällen stiegen die Preise um bis zu zwei Cent pro Kilogramm. Dieser Anstieg spiegelt eine günstige Marktlage wider, charakterisiert durch eine hohe Nachfrage nach Milch und steigende Butterpreise. Die Auszahlungspreise, die die Molkereien an die Landwirte überwiesen, wurden durch den Milchpreisspiegel von agrarheute detailliert dokumentiert.

Die Preisanpassungen im August variieren zwischen 0,25 und zwei Cent pro Kilogramm. Fast kein Milchpreis ist auf dem vorherigen Niveau geblieben, was auf die positive Entwicklung am Milchmarkt zurückzuführen ist. Erstmals hat eine Molkerei im agrarheute Milchpreisspiegel die Marke von 50 Cent pro Kilogramm überschritten. Die Molkerei Ammerland ist mit einem Grundpreis von 49 Cent pro Kilogramm Milch (bei 4,0 % Fett) führend, was einem Endpreis von 50,97 Cent entspricht. Weitere Spitzenreiter sind die Milchwerke Oberfranken-West, Bayernland und die Paul-Mertens Molkerei. Neu in der Riege der Top-Auszahlenden ist das Milchwerk Berchtesgadener Land, das mit einer Preiserhöhung um einen Cent die Molkerei Goldmilch aus den Top-5 verdrängt hat.

Der Milchpreisspiegel von agrarheute stellt die Auszahlungspreise der Molkereien für eine Monatsmenge von 50.000 kg Milch mit 4,2 % Fett und 3,4 % Eiweiß dar, einschließlich aller relevanten Zuschläge.

Die Ursache für die steigenden Milchpreise liegt in der weiterhin sehr guten Marktsituation. Der Rohstoffwert Milch, der vom ife-Institut aus den Verkaufserlösen von Butter und Magermilchpulver ermittelt wird, hat im August um 2,9 Cent auf 48,7 Cent pro Kilogramm zugenommen und stieg im September sogar um weitere 5 Cent auf 53,7 Cent. Parallel dazu haben die Butterpreise ein Rekordhoch erreicht und die 8-Euro-Marke Ende August überschritten. Die Butterpreise halten sich auch weiterhin auf einem hohen Niveau. Aufgrund einer rückläufigen Milchanlieferung und geringeren Fettgehalten bleibt die Nachfrage nach Milch hoch.

Die Preise für Spotmilch bleiben ebenfalls auf einem hohen Niveau, getrieben durch die anhaltende Knappheit an Milch. Zudem verschärft die Blauzungenkrankheit die Situation zusätzlich. In einigen nördlichen Regionen berichten Betriebe von signifikanten Rückgängen in den Milchanlieferungen, was kurzfristig keine Entlastung an den Spotmärkten erwarten lässt. Der ife-Börsenmilchwert prognostiziert für das restliche Jahr konstant hohe Preise über 55 Cent pro Kilogramm Milch.

Weitere Agrarmarkt-Nachrichten

Ungarn fordert EU: Zölle auf Düngerimporte lockern

Steigende Betriebsmittelkosten setzen die Landwirtschaft in Europa zunehmend unter Druck. Vor diesem Hintergrund drängt Ungarn die Europäische Union dazu, Importzölle auf Düngemittel...

Düngemittelmarkt: Nahost dominiert Harnstoffexport weltweit

Die weltweite Versorgung mit Stickstoffdüngern bleibt stark von wenigen Exportländern abhängig. Aktuellen Marktanalysen zufolge stammen rund 13,5 Millionen Tonnen des global gehandelten...

Bullenpreise fallen um 10 Cent, Kälberpreise steigen weiter an

Die aktuellen Entwicklungen auf den Fleischmärkten zeigen ein interessantes Bild: Während sich die Preise für Jungbullen und Kühe stabil halten, versuchen Schlachtbetriebe,...

Australiens Rekordernten 2025/26 steigern Weizen- und Gerstenexporte

Australiens landwirtschaftliche Produktion hat in der Saison 2025/26 einen bemerkenswerten Anstieg verzeichnet. Die Gesamternte an Winterkulturen wird auf 68,4 Millionen Tonnen geschätzt,...

EU-Klimazoll im Kreuzfeuer: Düngemittelpreise explodieren weltweit

Die Versorgung mit Mineraldünger ist derzeit gesichert, doch die Preise sind weltweit im Aufwind. Landwirte in Europa sehen sich mit drastischen Kostensteigerungen...