Das US-Justizministerium (DOJ) hat eine umfassende Untersuchung des Düngemittelmarktes in den Vereinigten Staaten gestartet. Im Mittelpunkt stehen Vorwürfe, dass führende Hersteller durch illegale Preisabsprachen die Preise für wichtige Düngemittelsorten wie Stickstoff, Phosphat und Kali künstlich in die Höhe getrieben haben. Betroffen sind große Unternehmen wie Mosaic Co., Nutrien Ltd., CF Industries, Koch Inc. sowie das norwegische Unternehmen Yara International.
Preisanstieg sorgt für Ermittlungen
Seit März 2026 prüft die Kartellrechtsabteilung des DOJ, ob diese Firmen ihre marktbeherrschende Stellung missbraucht haben. Die Untersuchung wurde durch einen Preisanstieg von bis zu 33 % bei einigen Anbietern seit Ende Februar 2026 ausgelöst. Es wird vermutet, dass die Unternehmen seit Januar 2021 Absprachen getroffen haben, um Preise zu fixieren. Trotz der steigenden Kosten für Landwirte meldeten die Konzerne in dieser Zeit Rekordgewinne.
Marktkonzentration als Problem
Kritiker weisen auf die hohe Konzentration im US-Düngemittelmarkt hin. In Nordamerika kontrollieren Nutrien und Mosaic etwa 90 % der Kapazitäten für Phosphat- und Kalidünger. Für den Stickstoffdünger-Markt dominieren vier Unternehmen etwa 75 % bis 80 %, während es im Jahr 1984 noch 46 Anbieter gab. Laut Stephen Vaden, dem stellvertretenden US-Landwirtschaftsminister, spielen diese Unternehmen ein „nettes kleines Spiel“ auf Kosten der Landwirte.
Klagen und mögliche Konsequenzen
Neben den staatlichen Untersuchungen sind auch private Sammelklagen eingereicht worden, unter anderem von Landwirten aus Iowa und Colorado. Diese werfen den Konzernen vor, den Wettbewerb ausgeschaltet und trotz abklingender externer Faktoren wie Lieferkettenprobleme oder Energiekosten die Preise hochgehalten zu haben.
Experten warnen jedoch vor schnellen Ergebnissen. Die Ermittlungen könnten sich über fünf Jahre oder länger erstrecken, sodass kurzfristige Preissenkungen unwahrscheinlich sind. Dennoch könnte dieser Fall langfristig zu einer höheren Markttransparenz führen.
Der Vorwurf der künstlichen Verknappung wird auch von Politikern aufgegriffen: Senator Josh Hawley fordert eine gründliche Untersuchung, um sicherzustellen, dass globale Krisen nicht als Vorwand für ungerechtfertigte Preissteigerungen genutzt werden.
