Sachsens Regierung hat beschlossen, vorerst keine Tiertransporte in den Nahen Osten mehr zu genehmigen. Diese Entscheidung basiert auf der angespannten politischen Lage und den damit verbundenen Risiken für Mensch und Tier. Das sächsische Sozialministerium hat die zuständigen Behörden angewiesen, entsprechende Anträge abzulehnen. Damit folgt Sachsen dem Beispiel Niedersachsens, das bereits ähnliche Maßnahmen getroffen hat.
Unhaltbare Bedingungen für Transporte
Die derzeitigen Bedingungen auf den Transportwegen in den Nahen Osten sind laut dem Sozialministerium nicht mehr tragbar. Sozialministerin Petra Köpping betonte, dass weder das Wohl der Tiere noch die Sicherheit der Menschen, die sie begleiten, unter den aktuellen Umständen gewährleistet werden können. Unvorhersehbare Verzögerungen und notwendige Umleitungen stellen ein erhebliches Risiko für Stress und Verletzungen bei den Tieren dar.
Geänderte Genehmigungspraxis als Reaktion auf Konflikte
Die Eskalation des Konflikts im Nahen Osten sowie die vom Auswärtigen Amt ausgesprochenen Reisewarnungen haben das Ministerium veranlasst, die Genehmigungspraxis zu ändern. Infolge des dynamischen Kriegsgeschehens sind belastbare Prognosen aktuell nicht möglich. Der Erlass betrifft Exporte von Hausrindern, Hausschafen, Hausziegen und Hausschweinen in mehrere Länder der Region, darunter Israel, Libanon und Saudi-Arabien.
Aktuelle Nachfrage gering
Laut Angaben des Sozialministeriums gab es zuletzt nur eine Voranfrage für einen Rindertransport nach Beirut. Dies war in diesem Jahr die einzige Anfrage für Transporte in die Krisenregion. Der neue Erlass soll Klarheit schaffen und einen einheitlichen Vollzug sicherstellen.
Zuchtrinderexporte rückläufig
Die Anzahl der Zuchtrinderexporte aus Sachsen in den Nahen Osten ist bereits deutlich zurückgegangen. Während 2025 noch 231 Zuchtrinder exportiert wurden, waren es im Vorjahr 600. Ein Viehhandelsunternehmen aus Meißen bestätigte, dass der Nahen Osten derzeit keine Rolle im Zuchtrindergeschäft spielt.
Aussicht auf Aufhebung bei besserer Lage
Der Stopp der Tiertransporte wird erst aufgehoben, wenn die Reisewarnungen entfallen und sichere Transporte wieder möglich sind. Sachsen orientiert sich hierbei an Niedersachsen und zeigt damit eine einheitliche Linie in der Behandlung von Transporten in Krisengebiete.
