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Rohölpreisverfall drückt Weizen-, Mais- und Rapspreise massiv nach unten

Der Preisrückgang bei Rohöl um etwa 15 % hat einen erheblichen Einfluss auf die globalen Agrarrohstoffmärkte, insbesondere auf die Preise für Weizen und Mais. Investmentfonds, die in den letzten Monaten eine geopolitische Risikoprämie eingepreist hatten, ziehen sich nun zurück, was zu deutlichen Gewinnmitnahmen führt.

Weizenpreise auf Talfahrt

In den USA sind die Weizenpreise um 3 % gesunken und liegen jetzt unter 5,80 US-Dollar pro Buschel. Dies ist der niedrigste Stand seit dem 5. März. Auf dem europäischen Markt hat der Weizen für den Maitermin um 3,50 Euro auf 199 Euro je Tonne nachgegeben, während die Erntepreise für September 2026 sogar um 4 Euro auf 207 Euro je Tonne gefallen sind. Auslöser war eine Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran über einen zweiwöchigen Waffenstillstand.

Zudem beeinflussen Wettervorhersagen den Markt: Erwartete Regenfälle in den dürregeplagten Plains der USA könnten die Winterweizenerträge verbessern. Der erste Bericht des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) für das Jahr 2026 zeigt jedoch, dass nur 35 % der Weizenernte als gut bis ausgezeichnet bewertet werden – ein besorgniserregender Wert im Vergleich zu früheren Jahren.

Energie- und Düngemittelmärkte belasten Maispreise

Die Maispreise haben ebenfalls nachgegeben und sich bei rund 4,4 US-Dollar pro Buschel eingependelt, was einem Vierwochentief entspricht. Am europäischen Markt fiel der Juni-Kontrakt um 3,50 Euro auf 205,50 Euro je Tonne. Der Rückgang der Energiepreise wirkt sich direkt auf den Maismarkt aus, da die Ethanolproduktion stark mit den Energiemärkten korreliert.

Laut USDA planen Landwirte aufgrund gestiegener Düngemittelkosten eine Reduzierung der Maisanbaufläche bis 2026 auf etwa 95,3 Millionen Acres, verglichen mit fast 99 Millionen Acres im Vorjahr. Diese Kostenentwicklung macht Sojabohnen im Vergleich attraktiver.

Sorge um Biokraftstoffe drückt Rapspreise

Auch die Rapspreise sind betroffen und fielen um knapp 10 Euro auf unter 500 Euro je Tonne. Der Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran führt zu einem Rückgang der Rohölpreise und schwächt damit auch die Nachfrage nach Pflanzenölen als Biokraftstoffe.

Aufgrund eingeschränkter Schiffsverbindungen durch die Straße von Hormus waren wichtige Lieferungen von Kraftstoffen und Düngemitteln beeinträchtigt. Nun wird erwartet, dass diese Engpässe vorübergehend gelindert werden könnten. Gleichzeitig stehen US-Sojabohnenexporte unter Druck: Die wöchentlichen Exportverkäufe sanken im Vergleich zum Durchschnitt der letzten Wochen deutlich.

Märkte beobachten aufmerksam mögliche Fortschritte in Handelsgesprächen zwischen den USA und China in der Hoffnung auf eine stärkere Nachfrage aus China, das als weltweit größter Sojabohnenimporteur gilt.