Die Schilf-Glasflügelzikade stellt eine erhebliche Bedrohung für den Zuckerrübenanbau dar, da sie Krankheiten wie SBR und Stolbur überträgt. Nun gibt es Hoffnung für die Landwirte: Für das Anbaujahr 2026 hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) Notfallzulassungen für den Einsatz bestimmter Insektizide erteilt.
Zulassung von elf Insektiziden
Im kommenden Frühjahr stehen den Rübenanbauern insgesamt elf Insektizide zur Verfügung, die speziell gegen die Schilf-Glasflügelzikade wirksam sind. Diese Präparate basieren auf sechs verschiedenen Wirkstoffen: Acetamiprid (Danjiri, Mospilan SG, Carnadine 200, Leptostar), Deltamethrin (Decis Forte, Nuyard, Polux), Flupyradifurone (Sivanto Prime), Lambda-Cyhalothrin (Karate Zeon), Pyrethrin (Raptol HP – insbesondere in Biobetrieben zugelassen) und Tau-Fluvalinat (Mavrik Vita).
Reaktionen der Branchenvertreter
Sowohl Südzucker als auch die süddeutschen Rübenanbauverbände haben die Entscheidung des BVL begrüßt. Sie sehen in der Notfallzulassung einen wichtigen Schritt zur Minimierung von Ertragsverlusten durch den SBR-Komplex. Laut Experten könnten diese Maßnahmen dazu beitragen, die Verluste erheblich zu begrenzen.
Strenge Auflagen beachten
Trotz der Erleichterung über die Zulassung weisen die Anbauerverbände auf strikte Auflagen hin, die mit dem Einsatz der Insektizide verbunden sind. Diese betreffen unter anderem den genauen Zeitpunkt der Anwendung sowie Bestimmungen zum Gewässer- und Bienenschutz. Die spezifischen Regelungen unterscheiden sich je nach eingesetztem Mittel und sollen zeitnah von den Verbänden veröffentlicht werden.
Die Anbauer werden angehalten, mit dem Einsatz der Insektizide erst nach einem offiziellen Warndienstaufruf zu beginnen. Erfahrungen aus dem Vorjahr haben gezeigt, dass dies der effektivste Ansatz ist.
