Die jüngsten Entwicklungen auf den Agrarmärkten spiegeln die komplexen Wechselwirkungen zwischen Rohstoff- und Energiemärkten wider. Besonders deutlich wird dies im Weizenhandel, wo die Preise unter Druck geraten sind. An der Euronext fiel der Mai-2026-Kontrakt um 4,75 € auf 197,75 €/t, während der Mai-Kontrakt an der CBoT um 17,75 Cent auf 5,80 US-$/bu (182 €/t) nachgab. Hauptverantwortlich für diesen Rückgang ist der Einbruch der Rohölpreise, ausgelöst durch geopolitische Entspannungssignale.
Rückgang der Rohölpreise beeinflusst Agrarrohstoffe
Der starke Rückgang der Rohölpreise hat zu einer Abwärtsbewegung nicht nur beim Weizen geführt, sondern auch bei anderen Ölsaaten wie Raps. An der Euronext sank der Rapskontrakt für Mai 2026 um 9,00 € auf 497,00 €/t. Die Sojabohnen hingegen zeigten sich robuster mit einem leichten Anstieg um 3,75 Cent auf 11,62 US-$/bu (333 €/t) an der CBoT. Der unerwartete Waffenstillstand im Nahen Osten hat Risiken für die Energieversorgung neu bewertet und somit die Attraktivität von Biodiesel und anderen biobasierten Kraftstoffen geschwächt.
Ethanolproduktion in den USA uneinheitlich
Im Maismarkt blieben die Preisbewegungen ebenfalls verhalten. Der Juni-2026-Termin an der Euronext fiel um 3,50 € auf 205,50 €/t und auch an der CBoT sank der Mai-Kontrakt um 1,75 Cent auf 4,47 US-$/bu (150 €/t). Die jüngsten Ethanol-Daten aus den USA zeigten zwar eine Zunahme in Produktion und Exporten; jedoch bleiben die Lagerbestände hoch und die Verarbeitung ging leicht zurück. Dieser gemischte Trend bietet keine klaren Impulse für eine deutliche Preisänderung.
Kartoffelmarkt bleibt stabil
Im Gegensatz dazu zeigt sich der Kartoffelmarkt relativ stabil. An der EEX bleiben die Futures-Laufzeiten im Vergleich zur Vorwoche unverändert. Der Frontmonat April 2026 notiert bei 2,30 €/dt und nähert sich dem EEX-Potato-Index von aktuell 1,8 Indexpunkten an. Trotz des bevorstehenden letzten Handelstags des April-Kontrakts in zwei Wochen bleibt nennenswerter Handel aus.
Steigende Kosten belasten Milchproduzenten
Die Milchpreise haben an der EEX zuletzt eine gewisse Stabilität erreicht. Der Butterpreis für den April 2026 schloss bei 4.280 €/t und Magermilchpulver bei 2.767 €/t. Diese Stabilisierung kann jedoch nicht über die Sorgen vieler Landwirte hinwegtäuschen, die insbesondere durch steigende Kosten für Energie und Kraftstoffe belastet werden. Im März lag der Kieler Rohstoffwert bei 37,8 Cent/kg und ein Durchschnitt von 34,0 Cent/kg ist seit Jahresbeginn zu verzeichnen.
