Der anhaltende Konflikt zwischen den USA, Israel und Iran hat weitreichende Folgen für die globale Wirtschaft und insbesondere für die Landwirtschaft. Seit vier Wochen befindet sich die Region in einem zähen militärischen Ringen, das direkte Auswirkungen auf die Energiepreise und somit auf die gesamte Wertschöpfungskette der Landwirtschaft hat.
Steigende Kosten für Energie und Düngemittel
Durch die Blockade der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Handelsrouten für Öl und Gas, sind erhebliche Lieferengpässe entstanden. Dies hat zu einem Anstieg der Dieselpreise in Deutschland um etwa 55 bis 56 Cent pro Liter geführt, während Benzin um etwa 30 Cent pro Liter teurer geworden ist. Die Luzerner Kantonalbank prognostiziert Ölpreise von bis zu 100 Dollar pro Barrel im schlimmsten Fall, was einer Steigerung von bis zu 70 Prozent gegenüber dem Vorkriegsniveau entspricht. Auch die Preise für Flüssigerdgas (LNG) könnten sich verdoppeln.
Zusätzlich zu den Energiekosten stehen Landwirte vor steigenden Preisen für Dünger, da wichtige Rohstoffe wie Ammoniak und Phosphor aus der betroffenen Region knapp werden. Szenarien sehen Preiserhöhungen von 30 bis 40 Prozent vor, wobei in Extremsituationen eine Verdopplung möglich ist.
Belastung der landwirtschaftlichen Betriebe
Die Kostensteigerungen wirken sich unmittelbar auf die Betriebswirtschaft der landwirtschaftlichen Betriebe aus. Von der Bodenbearbeitung bis zur Ernte steigen die Produktionskosten erheblich. Eine intensive Bodenbearbeitung kann beispielsweise zusätzliche Kosten von bis zu 83 Euro pro Hektar durch den gestiegenen Dieselpreis verursachen.
Nicht nur die direkten Produktionskosten steigen; auch weiterverarbeitende Betriebe wie Mühlen und Molkereien sind betroffen. Diese versuchen möglicherweise, ihre erhöhten Kosten durch Druck auf Erzeugerpreise oder verzögerte Abnahmen weiterzugeben. Dies könnte zu einem weiteren Anstieg der Inflation führen, die derzeit bei etwa drei Prozent liegt.
Finanzielle Unsicherheit und Investitionshemmnisse
Die Unsicherheiten am Markt haben auch Auswirkungen auf Kreditzinsen. Banken zeigen sich zurückhaltender bei der Kreditvergabe, was Investitionen in neue Technologien oder Infrastrukturen erschwert. Die Zinsen für fünfjährige Firmenkredite sind seit Beginn des Konflikts um 0,57 Prozentpunkte gestiegen.
Private Auswirkungen und globale Risiken
Neben betrieblichen Herausforderungen belastet der Krieg auch das Privatleben vieler Landwirtsfamilien durch steigende Lebenshaltungskosten und teurere Mobilität. Längere Konflikte könnten zudem Versorgungsengpässe bei wichtigen Gütern wie Treibstoffen oder Ersatzteilen hervorrufen, was weitere Probleme in der Landwirtschaft nach sich zieht.
Zudem besteht das Risiko, dass ein Mangel an Düngemitteln die Lebensmittelversorgung in einigen Regionen der Welt bedroht. Dies könnte politische Instabilitäten zur Folge haben, deren Auswirkungen global spürbar wären.
