Die aktuelle Lage auf dem Kartoffelmarkt ist für die Landwirte alles andere als erfreulich. Trotz der stabilen Preise liegen diese weiterhin weit unter dem Niveau, das zur Kostendeckung notwendig wäre. Besonders betroffen sind die Produzenten von Verarbeitungskartoffeln, deren Preise noch niedriger als die der Speisekartoffeln sind.
Herausforderungen im Speisekartoffelmarkt
Der Speisekartoffelmarkt ist durch ein großes Angebot und eine nur saisonal bedingte Nachfrage belastet. Einzelne Werbeaktionen des Lebensmitteleinzelhandels bringen lediglich kurzfristige Erleichterung. Zudem können nur qualitativ hochwertige Kartoffeln zu annehmbaren Preisen verkauft werden, während Ware mit Qualitätsmängeln erhebliche Preisabschläge hinnehmen muss.
Laut aktuellen Angaben aus Niedersachsen liegen die Erzeugerpreise für Speisekartoffeln zwischen 11,00 und 11,50 Euro je Dezitonne (dt). Im Vergleich zum Vorjahr, als zwischen 24 und 25 Euro je dt gezahlt wurden, hat sich der Preis mehr als halbiert. Ähnlich sieht die Situation in Nordrhein-Westfalen aus, wo die Preise bei 16 Euro je dt liegen, und in Bayern mit durchschnittlich 13,50 Euro je dt. Im Südwesten Deutschlands erhalten Landwirte zwischen 17,50 und 18,50 Euro je dt – auch hier sind die Preise im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken.
Verarbeitungskartoffeln kaum gefragt
Im Sektor der Verarbeitungskartoffeln hat sich die Situation ebenfalls nicht verbessert. Die Verarbeiter haben ausreichend Vertragsware und zeigen kein Interesse an freier Ware. Der April-26-Kontrakt an der Warenterminbörse schloss kürzlich bei 4,90 EUR/dt, während für die Ernte 2026 ein Preis von 18,50 Euro je dt gehandelt wird.
In den Niederlanden und Belgien dominiert der Handel mit Frittenkartoffeln. PotatoNL meldet hier Preise zwischen 1,50 € und 3 € pro 100 kg, wobei Sorten wie Fontane, Ramos und Bintje am niedrigsten bewertet werden. Für andere Sorten im Fast-Food-Segment wie Innovator oder Markies liegt der Preis bei 3 bis 3,50 Euro pro 100 Kilogramm. Der Richtpreis für Exportkartoffeln bleibt unverändert bei 3 € bis 6 € pro 100 kg.
Zukunftsausblick und Handlungsbedarf
Die derzeitige Preissituation stellt eine erhebliche wirtschaftliche Herausforderung für Kartoffelbauern dar. Ohne eine Verbesserung der Marktbedingungen oder eine Anpassung der Produktionskosten wird es schwierig sein, in diesem Sektor profitabel zu bleiben. Eine stärkere Nachfrage oder staatliche Unterstützung könnten mögliche Ansätze zur Bewältigung dieser Krise sein.
