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JBS steigert Umsatz um 15 % trotz sinkendem operativen Ergebnis

Der brasilianische Fleischkonzern JBS hat im Jahr 2025 seinen Umsatz um bemerkenswerte 15 % auf insgesamt 74,6 Milliarden Euro gesteigert. Dies geht aus dem kürzlich veröffentlichten Geschäftsbericht hervor. Trotz des Umsatzwachstums verzeichnete das Unternehmen jedoch einen Rückgang des operativen Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 5 %, was in absoluten Zahlen einem Betrag von 5,9 Milliarden Euro entspricht. Der Nettogewinn des Unternehmens stieg hingegen um 14,5 % auf 1,8 Milliarden Euro.

Nachfrage in den USA und Australien als Wachstumstreiber

Laut JBS trugen mehrere Faktoren zu den Umsatzzuwächsen bei. Besonders hervorzuheben ist die starke Nachfrage nach Rind- und Schweinefleisch in den USA. Auch der australische Markt zeigte eine rege Nachfrage nach Rindfleisch, wovon sowohl JBS Beef USA als auch JBS Australia profitierten. Die hohen Preise für Rindfleisch trugen ebenfalls zu diesem positiven Trend bei.

Ein weiterer Erfolgsfaktor war die strategische Neuausrichtung des US-amerikanischen Geflügelproduzenten Pilgrim’s Pride, der zum JBS-Konzern gehört. Diese Optimierung des Produktportfolios erwies sich als erfolgreich. Zudem konnten JBS Brasil und das Geflügelfleischunternehmen Seara ihre Exportaktivitäten trotz zeitweiliger Handelsbeschränkungen in Europa aufgrund eines Vogelgrippefalls im Frühjahr 2025 stark ausbauen. Im brasilianischen Inland wurde die Markenbekanntheit gesteigert und der Vertrieb optimiert.

Mangelnde Fleischverfügbarkeit belastet EBITDA

Trotz dieser Erfolge erlebten einige Geschäftsbereiche von JBS Schwierigkeiten beim EBITDA. Insbesondere JBS Brasil sowie die Bereiche Rind- und Schweinefleisch in den USA verzeichneten Einbußen. Die gestiegenen Schlachtviehpreise, verursacht durch eine Verknappung des Angebots aufgrund des Rinderzyklus und Handelsbeschränkungen für mexikanisches Lebendvieh in den USA, wirkten sich negativ auf das Ergebnis aus.

Dagegen konnten Pilgrim’s Pride, JBS Australia und Seara ihr EBITDA steigern. Diese Verbesserungen sind das Ergebnis einer im Jahr 2024 initiierten Effizienzstrategie, nachdem der Konzern 2023 mit hohen Kosten und einem rückläufigen Absatz gekämpft hatte.

Zukunftsstrategien zur Optimierung

JBS setzt weiterhin auf die Optimierung seiner Produktions- und Vertriebsprozesse, um den Herausforderungen am internationalen Fleischmarkt zu begegnen. Der Fokus liegt dabei auf der Verbesserung der Effizienz sowie der Anpassung an sich verändernde Marktbedingungen.

Die strategischen Maßnahmen aus dem Vorjahr scheinen Früchte zu tragen, was sich positiv auf die zukünftige Entwicklung des Unternehmens auswirken könnte. Dennoch bleibt abzuwarten, wie sich globale politische und wirtschaftliche Faktoren auf den Handel mit Fleischprodukten auswirken werden.