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Fleischkonsum in Deutschland steigt, Produktion fällt weiter ab

Der Fleischkonsum in Deutschland hat im Jahr 2025 erneut zugenommen, wie vorläufige Berechnungen des Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) zeigen. Pro Person lag der Verzehr bei 54,9 Kilogramm, was eine Steigerung um 1,4 Kilogramm im Vergleich zum Vorjahr bedeutet.

Anstieg bei Geflügelfleisch

Besonders stark war der Zuwachs beim Geflügelfleisch, das mit 14,7 Kilogramm pro Kopf einen neuen Höchststand erreichte und etwa 27 % des gesamten Fleischkonsums ausmacht. Der Anstieg ist laut BZL auf die wachsende Popularität sowie moderat gestiegene Preise zurückzuführen. Vor allem Hähnchenfleisch erfreut sich zunehmender Beliebtheit.

Nach wie vor bleibt Schweinefleisch die am häufigsten konsumierte Fleischsorte in Deutschland. Der Pro-Kopf-Verzehr lag bei 28,3 Kilogramm und machte damit rund 52 % des Gesamtverbrauchs aus. Auch beim Rind- und Kalbfleisch wurde ein leichter Anstieg auf 9,7 Kilogramm pro Person verzeichnet.

Produktion sinkt trotz steigender Nachfrage

Trotz des zunehmenden Konsums verzeichnet die deutsche Fleischproduktion einen Rückgang. Im Jahr 2025 sank die Erzeugung um 0,3 % auf insgesamt 7,3 Millionen Tonnen. Besonders betroffen ist die Produktion von Rind- und Kalbfleisch. Die Geflügelproduktion stagnierte aufgrund der Vogelgrippe und blieb mit 1,5 Millionen Tonnen knapp unter dem Vorjahresniveau. Im Gegensatz dazu stieg die Produktion von Schweinefleisch um 1,1 %, da Schweinehalter ihre Bestände stabilisierten und das Schlachtgewicht je Tier zunahm.

Zunahme der Importe erforderlich

Um den gestiegenen Bedarf zu decken, mussten die Fleischimporte erhöht werden. Diese stiegen um nahezu 11 % auf insgesamt 3,6 Millionen Tonnen an. Besonders bei Rind-, Geflügel- und Schaffleisch wurden höhere Einfuhren verzeichnet. Die Exporte wuchsen hingegen nur marginal.

Der Grad der Selbstversorgung fiel auf insgesamt 114,6 %. Bei Rindfleisch sank dieser erstmals unter 100 %, während er bei Geflügel nur bei 91,3 % lag. Schweinefleisch weist mit einem Selbstversorgungsgrad von 139 % zwar weiterhin den höchsten Wert auf, jedoch bleibt Deutschland für bestimmte Teilstücke wie Filets oder Koteletts auf Importe angewiesen – hier liegt der Selbstversorgungsgrad lediglich bei 80 %.