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EuroTier 2026: Innovative Strategien zur Emissionsminderung in der Tierhaltung

Die Reduzierung von Emissionen in der Schweine- und Geflügelhaltung gewinnt zunehmend an Bedeutung, insbesondere im Hinblick auf Tierwohl, Klimaschutz und striktere gesetzliche Vorgaben. Diese Themen werden im Mittelpunkt der EuroTier 2026 stehen, die vom 10. bis 13. November in Hannover stattfindet. Dort wird unter anderem das DLG-Spotlight Emissionsminderung praxisnahe Lösungen und aktuelle Entwicklungen vorstellen.

Gesetzliche Anforderungen und neue Wege zur Emissionsminderung

Seit der Novellierung der Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft) im Dezember 2021 gelten strengere Auflagen für Tierhaltungsanlagen. Landwirtschaftliche Betriebe müssen nun die Nährstoffausscheidungen ihrer Tiere genau dokumentieren und mit den festgelegten Grenzwerten abgleichen. Ziel ist es, den Stickstoffgehalt in Gülle um etwa 20 % und im Geflügeltrockenkot um ungefähr 10 % zu senken, was wiederum die Ammoniak-Emissionen reduziert.

Die sogenannten Best Verfügbaren Techniken (BVT) bieten Orientierung bei der Auswahl geeigneter Maßnahmen. Diese Techniken vereinen Umweltschutz mit technischer Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit. Sie umfassen eine Kombination aus baulichen Anpassungen, Fütterungsstrategien und Managementmaßnahmen, die je nach Betrieb individuell angepasst werden können.

Strategien zur Emissionsminderung in der Schweinehaltung

Eine wesentliche Maßnahme zur Reduzierung von Emissionen in der Schweinehaltung beginnt bei der Fütterung. Durch eine bedarfsgerechte Versorgung mit Aminosäuren kann die Ausscheidung von Stickstoff verringert und somit die Ammoniakbildung im Stall minimiert werden. N- und P-reduzierte Fütterung gelten hier als anerkannte BVT.

Darüber hinaus sind stalltechnische Lösungen entscheidend: Die Trennung von Liege-, Aktivitäts- und Kotbereichen verhindert, dass Harn und Kot auf großen Flächen zusammentreffen, wodurch die Ammoniakproduktion gesenkt wird. Zusätzlich können V-förmige Wannen aus Kunststoff im Güllekanal eingebaut werden, um die emittierenden Oberflächen zu verkleinern.

Kot-Harn-Trennung und innovative Kühltechniken

Ein großer Vorteil ergibt sich aus der frühzeitigen Trennung von Kot und Harn. Mithilfe von Unterflurschiebern oder Förderbandsystemen kann Harn schnell aus dem Stall entfernt werden, was die Ammoniakbildung erheblich reduziert. Zudem hat sich gezeigt, dass durch Kühlung der Gülle auf unter 15 Grad Celsius die mikrobiellen Prozesse verlangsamt werden können.

Abluftreinigungssysteme als Schlüsseltechnologie

In größeren Anlagen sind Abluftreinigungsanlagen mittlerweile ein Muss. Diese Systeme reduzieren sowohl Ammoniak- als auch Staubemissionen um mindestens 70 % und verringern zudem Geruchsbelästigungen deutlich. In großen Anlagen sind sie gemäß BImSchG verpflichtend.

Innovationen für die Geflügelhaltung

Auch in Geflügelbetrieben spielen Fütterung und Einstreu eine zentrale Rolle bei der Emissionskontrolle. Der Zusatz pH-senkender Additive zur Einstreu kann das mikrobielle Wachstum hemmen und Ammoniak als Ammoniumsulfat binden. N-/P-reduzierte Fütterung gilt ebenfalls als BVT-Maßnahme; eine solche Strategie führt zu einer signifikanten Senkung des Rohproteingehalts bei ausgewogener Aminosäurenversorgung.

Für größere Geflügelhaltungen sind Abluftreinigungsanlagen ebenfalls Pflicht, um ähnliche Verbesserungen wie in der Schweinehaltung zu erreichen.