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Getreideernte 2026/27: Irankrieg lässt Produktion um 53 Mio. t sinken

Die weltweite Getreideproduktion steht vor einer erheblichen Herausforderung. Nachdem im Jahr 2025/26 eine Rekordernte von 2,47 Milliarden Tonnen erwartet wird, prognostiziert der Internationale Getreiderat (IGC) für das Folgejahr 2026/27 einen deutlichen Rückgang. Hauptverantwortlich dafür ist der anhaltende Konflikt im Nahen Osten, insbesondere im Iran.

Sinkende Produktion und steigende Nachfrage

Der IGC-Bericht zeigt, dass die globale Produktion von Weizen und Grobgetreiden um etwa 53 Millionen Tonnen unter dem Rekordniveau der vorherigen Saison liegen könnte, mit einer erwarteten Gesamternte von 2,42 Milliarden Tonnen. Trotz eines schwächeren Wachstums beim Verbrauch bleibt die Nachfrage robust und könnte um weitere 17 Millionen Tonnen auf insgesamt 2,44 Milliarden Tonnen steigen.

Anstieg der Kosten für Dünger und Energie

Laut dem Bericht des IGC hat die militärische Eskalation in der Golfregion Bedenken hinsichtlich globaler Lieferkettenstörungen geschürt. Besonders betroffen sind die Preise für Düngemittel und Energiekosten, deren Anstieg weltweit die Ernteerträge beeinträchtigen könnte. Experten weisen darauf hin, dass über die Straße von Hormus vor deren Sperrung rund 20 % des weltweit verschifften Flüssigerdgases transportiert wurden. Diese Region ist entscheidend für den Handel mit Düngemitteln; bis zu 35% der Harnstoffexporte und 30% der Ammoniaklieferungen wurden von dort verschifft. Die aktuelle Blockade und Produktionsausfälle führten zu einem deutlichen Preisanstieg.

Zukünftige Versorgungslage ungewiss

Zwar ist laut dem IGC-Bericht die Versorgung für viele Produzenten in Nordamerika und Europa für die kommende Frühjahrssaison weitgehend gesichert. Jedoch könnten angesichts einer Verschärfung der Krise Landwirte in anderen Regionen wie Asien und Afrika gezwungen sein, ihre Anbauentscheidungen aufgrund ihrer Abhängigkeit von Düngemittellieferungen aus der Golfregion anzupassen.

Längerfristige Auswirkungen auf Landwirtschaft

Längerfristig könnten nachhaltige Störungen in den Lieferketten dazu führen, dass Bauern weltweit ihre Strategien zur Nutzung von stickstoffhaltigen Düngemitteln überdenken müssen. Höhere Preise könnten erhebliche Auswirkungen auf Ernteerträge sowie die Qualität landwirtschaftlicher Produkte nach sich ziehen, wie es im Bericht des IGC heißt.