Die jüngsten Entwicklungen an den Agrarbörsen zeigen eine gemischte Lage, die von Wetterbedingungen und Marktdynamiken beeinflusst wird. Besonders auffällig sind die Kursbewegungen bei Rohstoffen wie Weizen, Raps und Mais.
Weizenmärkte unter Druck durch Wetterprognosen
Am Mittwoch verzeichnete der Weizenhandel an der Euronext einen weiteren Rückgang. Der maßgebliche Mai-Future verlor 0,75 € und schloss bei 196,50 €/t. Ein ähnlicher Trend war an der CBoT zu beobachten, wo der Mai-2026-Kontrakt um 3,5 Cent auf 5,70 US-$/bu (177 €/t) zurückging. Grund für den Preisverfall sind günstige Regenvorhersagen für die südlichen Plains in den USA, die Druck auf die Weizenkurse ausübten. Händler an der Euronext äußerten Bedenken, dass das gestiegene Preisniveau der letzten Woche das schwache Exportgeschäft weiter belasten könnte.
Rapskurse fallen deutlich
Ein drastischer Rückgang wurde bei den Rapskursen an der Euronext beobachtet. Der Mai-Future fiel um 8,25 € auf 483 €/t. Parallel dazu stiegen die Preise für Sojabohnen an der CBoT um 9,75 Cent auf 11,65 US-$/bu (363 €/t). Die Landwirte erhöhten aufgrund des gestiegenen Preisniveaus ihre Verkaufsaktivitäten für alte Ernten, was zu einem Angebotsüberschuss führte. Investoren nutzten zudem die Gelegenheit zur Gewinnmitnahme, was den Druck auf die Preise zusätzlich verstärkte.
Maismärkte profitieren von Sojapreisfestigkeit
Der Maishandel an der CBoT zeigte am Mittwoch leichte Gewinne. Der meistgehandelte Mai-Future stieg um 3,5 Cent auf 4,42 US-$/bu (147 €/t). An der Euronext war das Bild uneinheitlich; hier gab der Juni-2026-Kontrakt um 0,25 € auf 191,50 €/t nach. Die festen Sojamärkte und eine starke Exportnachfrage für US-Mais trugen zum positiven Trend bei. Zudem spielt die Trockenheit in Argentinien eine Rolle: Viele Bestände befinden sich in einer kritischen Wachstumsphase und benötigen dringend Niederschläge.
Kartoffelmarkt unter Verkaufsdruck
An der EEX standen die Kartoffel-Futures erneut unter Druck. Der April-2026-Kontrakt sank um rund 1,00 €/dt auf schwache 3,00 €/dt ab. Im Gegensatz dazu blieb der April-2027-Kontrakt stabil bei gut 21,00 €/dt. Die allgemeine Marktstimmung bleibt unverändert zurückhaltend.
Milchprodukte zeigen Aufwärtstrend
Sowohl Butter als auch Magermilchpulver zeigten an der EEX steigende Kurse. Magermilchpulver schloss am Mittwoch beim März-2026-Termin mit einem Anstieg von 45 € auf insgesamt 2.514 €/t seit vergangenem Freitag. Butter konnte sich von vorangegangenen Verlusten erholen; seit dem vergangenen Freitag legte sie um 226 € auf 4.539 €/t zu. Dieser Preisanstieg wird durch eine globale Nachfrage unterstützt und wirkt sich auch positiv auf den Kassamarkt aus. Allerdings bleiben Unsicherheiten im Hinblick auf Handelsbeziehungen mit den USA bestehen.
