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EU-Subventionen: Fleisch und Milch erhalten dreimal mehr als Pflanzen

Die Europäische Union steht in der Kritik, ihre Agrarsubventionen überwiegend in die Förderung tierischer Lebensmittel zu investieren, was den Klimawandel weiter anheizt. Dies geht aus einem Bericht der Organisation „Foodrise“ hervor, der die Verteilung der Gelder aus der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) im Jahr 2020 analysiert. Dabei zeigt sich eine deutliche Bevorzugung von Fleisch und Milch gegenüber pflanzlichen Erzeugnissen.

Verteilung der GAP-Subventionen

Laut dem Bericht „CAP at the Crossroads“ flossen im Jahr 2020 etwa 39 Milliarden Euro, das sind rund 77 Prozent der GAP-Mittel, in die Produktion von Fleisch und Milch. Dies ist dreimal so viel wie die Summe, die für pflanzliche Lebensmittel bereitgestellt wurde. Martin Bowman, Senior Campaigns Manager bei Foodrise, betrachtet diese Verteilung als skandalös und kritisiert die Verzerrung europäischer Ernährungsgewohnheiten durch solch ungleiche Subventionen.

Ungleichgewicht zugunsten tierischer Erzeugnisse

Die Analyse zeigt auf, dass Fleisch- und Milchprodukte mehr als das Zehnfache der Fördermittel erhielten als Obst und Gemüse. Im Vergleich zum Getreideanbau sind die Zuwendungen sogar über sechzehnmal höher. Besonders auffällig ist die Diskrepanz bei Rind- und Lammfleisch mit einer Förderung von rund 8 Milliarden Euro gegenüber nur etwa 14 Millionen Euro für Hülsenfrüchte wie Linsen und Bohnen.

Werbung für tierische Produkte

Zwischen 2016 und 2020 investierte die EU zusätzlich etwa 252,4 Millionen Euro in die Werbung für Fleisch- und Milchprodukte. Allein im Jahr 2023 flossen nahezu 75 Millionen Euro in Kampagnen zur Steigerung des Konsums dieser Produkte. Foodrise kritisiert diese Praxis scharf, da sie den Fokus auf emissionsintensive Nahrungsmittel noch verstärke.

Klimatische Auswirkungen und Forderungen

Die NGO betont, dass tierische Lebensmittel bis zu 86 Prozent der ernährungsbedingten Treibhausgasemissionen in der EU verursachen, aber nur ein Drittel der aufgenommenen Kalorien liefern. Eine Umstellung auf pflanzenbasierte Ernährung könnte laut Foodrise große agronomische Vorteile bringen und die Emissionen erheblich reduzieren.

Zukunftsperspektiven für die EU-Agrarpolitik

Mit Blick auf die nächste Förderperiode von 2028 bis 2034 fordert Foodrise eine Neuausrichtung der Agrarpolitik hin zu einer stärkeren Unterstützung pflanzlicher Lebensmittel. Dies könnte nicht nur landwirtschaftliche Einkommen steigern und Importabhängigkeiten verringern, sondern auch einen positiven Beitrag zur Gesundheit der Bevölkerung sowie zur Bekämpfung des Klimawandels leisten.

Bowman schlägt vor, einen EU-Aktionsplan für pflanzliche Lebensmittel zu entwickeln und einen Fonds für einen „gerechten Übergang“ zur Unterstützung von Landwirten einzurichten. Die anstehenden Diskussionen über die Reformierung der GAP könnten entscheidend sein für eine nachhaltigere Zukunft Europas.

Grundlage des Berichts

Die Analyse basiert auf Daten von Forschern der Universität Leiden. Dabei wurden Subventionen für Futtermittel den jeweiligen tierischen Produkten zugeordnet, um ein umfassendes Bild der finanziellen Förderstrukturen zu erhalten.

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