Das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) hat seine Prognosen für die weltweite Agrarproduktion aktualisiert. Besonders hervorzuheben ist die erwartete Rekordernte von Sojabohnen in Brasilien, die für 2025/26 auf 180 Millionen Tonnen geschätzt wird. Diese Zahl übertrifft die vorherige Schätzung von 178 Millionen Tonnen aus dem Januar, was auf verbesserte Ertragserwartungen und erweiterte Anbauflächen zurückzuführen ist.
Steigende Nachfrage nach Soja und Sojaschrot
Neben Brasilien wurden auch für Paraguay die Vorhersagen nach oben korrigiert, während Argentinien konstant bei 48,5 Millionen Tonnen bleibt. Der Anstieg der Produktion in Brasilien und Paraguay könnte den internationalen Bedarf an Sojaschrot weiter anheizen. Die Europäische Union rechnet mit einem Anstieg der Importe um 1 Million Tonnen auf 19,45 Millionen Tonnen, was fast das Niveau des Höchststandes des Vorjahres erreicht.
Trotz der gestiegenen Nachfrage nach Sojaschrot verliert es innerhalb der EU gegenüber Rapsschrot an Bedeutung, bedingt durch hohe Rapsernten in der Region. Diese Verschiebung könnte auch langfristige Auswirkungen auf den Markt haben.
Chinas wachsende Importpläne
Marktanalysten berichten, dass China beabsichtigt, seinen Sojaimport aus den USA zu erhöhen. Dies könnte dazu führen, dass weniger US-Sojabohnen in andere Länder exportiert werden. Die weltweiten Endbestände an Sojabohnen werden laut USDA um 1,1 Millionen Tonnen auf 125,51 Millionen Tonnen steigen. Diese Entwicklung wird insbesondere durch Brasiliens Rekordernte beeinflusst.
An den Finanzmärkten zeigten sich positive Reaktionen: Der Märzkontrakt für Soja stieg in Chicago um 1,2% auf 11,23 $/bu (347 €/t). Dieser Trend könnte sich fortsetzen und auch den Rapskursen Auftrieb geben.
Veränderungen im Weizenmarkt
Auf dem Weizenmarkt lenkten veränderte Lagerprognosen die Aufmerksamkeit der Händler. Die Weizenendbestände in den USA werden nun mit 25,34 Millionen Tonnen angegeben – ein Anstieg um 9% im Vergleich zum Vorjahr und das höchste Niveau seit der Saison 2019/20.
Trotz eines prognostizierten Rückgangs der globalen Weizenlager um 740.000 Tonnen auf 277,51 Millionen Tonnen, blieben die Preise stabil. Analystenerwartungen eines moderaten Anstiegs wurden nicht erfüllt, doch das Volumen markiert dennoch ein Fünfjahreshoch.
Zukünftige Exportaussichten
Die weltweite Weizenerzeugung wird vom USDA aktuell auf fast unveränderten 841,80 Millionen Tonnen geschätzt. Besonders optimistisch zeigt sich das Ministerium bezüglich Argentinien nach einer Erhöhung der dortigen Ernteprognose um 300.000 Tonnen auf einen Rekord von 27,8 Millionen Tonnen.
Für die EU sind jedoch rückläufige Exporte prognostiziert: Um 1 Million Tonnen gesenkt, werden sie nun bei 31,5 Millionen Tonnen erwartet. Gründe dafür sind ein schleppendes Auslandsgeschäft sowie stärkere Konkurrenz aus anderen Exportländern wie Kanada und Argentinien, deren Exportprognosen angehoben wurden.
An den Terminmärkten blieben die Weizenkurse weitgehend stabil; Chicago notierte leicht höher bei einem Plus von 0,2%, während Matif-Weizen nahezu unverändert blieb.
