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EU-Prognose: Stabiler Milchmarkt bis 2035 trotz sinkender Produktion

Die Europäische Kommission hat eine zurückhaltende Prognose für den Milchmarkt bis 2035 veröffentlicht. Laut ihren Ausführungen wird es nur geringfügige Änderungen in Produktion, Konsum und Exporten geben. Eine erwartete Steigerung der Produktivität soll den Rückgang der Milchviehbestände weitgehend kompensieren.

Milchproduktion und -anlieferung: Stabile Aussichten

Obwohl die Gesamtmilchproduktion in der EU bis 2035 voraussichtlich um etwa 0,2 % jährlich zurückgehen wird, erwartet die Kommission, dass die Milchanlieferung an Molkereien nur leicht um etwa 0,1 % pro Jahr abnimmt. Von durchschnittlich 145,2 Millionen Tonnen in den Jahren 2022 bis 2024 könnte das Volumen auf rund 144,1 Millionen Tonnen im Jahr 2035 sinken. Polen und osteuropäische Länder bieten laut der Kommission noch weiteres Wachstumspotenzial.

Erzeugerpreise: Hoffnung auf Stabilität

Die Preisaussichten für Milcherzeugnisse bleiben verhalten optimistisch. Die Kommission geht davon aus, dass die Erzeugerpreise über dem Niveau vor 2022 bleiben werden, jedoch unter den Spitzenwerten von 2021/22. Für Käse und Butter wird ein leicht steigender Trend erwartet, während Preise für Magermilchpulver moderat zulegen könnten. Molkepreise sollen sich seitwärts entwickeln.

Produktionstrends bei Milchprodukten

Die Produktionsmenge von Milchfett und Milcheiweiß sowie von Vollmilchpulver soll innerhalb der nächsten zwanzig Jahre um etwa 1 % sinken. Während Magermilchpulver stabil bleibt, prognostiziert die Kommission ein leichtes Wachstum von 0,3 % bei Butter.

Konsummuster: Rückgang bei Trinkmilch

Der Verbrauch von Trinkmilch könnte nach Einschätzung Brüssels weiter zurückgehen. Bei Joghurt erwartet man einen konstanten Konsum, während Rahm eine leichte Zunahme verzeichnen könnte. Diese Entwicklungen führen zu einem insgesamt stabilen Inlandsverbrauch mit einem Anstieg des Pro-Kopf-Verbrauchs um etwa zwei Kilogramm pro Jahr. Der Einfluss pflanzlicher Alternativen bleibt begrenzt.

Exportaussichten: Fokus auf hochwertige Produkte

Laut EU-Kommission werden die EU und Neuseeland weiterhin führende Exporteure von Milchprodukten bleiben, während die USA ihren Marktanteil ausbauen dürften. Der Export von höherwertigen Milchprodukten aus der EU soll den Wert um jährlich 0,4 % erhöhen, obwohl die exportierte Menge leicht um 0,2 % pro Jahr sinken könnte. Die Käseexporte könnten um jährlich 0,8 % wachsen, während Vollmilchpulverexporte um 5 % zurückgehen sollen und Molkeexporte leicht zunehmen könnten.