Anzeige
 

Glyphosat-Rückstände gefährden Bodenbiodiversität: Neue Studie warnt

Die Auswirkungen von Pflanzenschutz-Rückständen auf das Bodenleben sind größer als bisher angenommen. Eine neue Studie, veröffentlicht in der renommierten Zeitschrift Nature, zeigt, dass chemische Rückstände die Biodiversität im Boden erheblich beeinflussen. Dies könnte weitreichende Konsequenzen für die Zulassung solcher Wirkstoffe haben.

Pflanzenschutzmittel und ihre weitreichenden Effekte

Die Studie mit dem Titel „Pestizidrückstände verändern die taxonomische und funktionelle Biodiversität in Böden“ untersucht die Auswirkungen von 63 verschiedenen Pestiziden auf Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze und Nematoden. Auf 373 Standorten in 26 europäischen Ländern wurden die Rückstände analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass diese Rückstände nach den Bodeneigenschaften der zweitstärkste Einflussfaktor auf die Artenvielfalt im Boden sind.

Besonders betroffen sind nützliche Organismen wie Mykorrhizapilze und Fadenwürmer, die eine Schlüsselrolle in den Nährstoffkreisläufen spielen. Die Forscher berichten, dass mikrobielle Funktionen verändert werden und nützliche Arten unterdrückt werden, was langfristig zusätzliche Düngung erforderlich machen könnte.

Glyphosat-Abbauprodukt als häufigster Rückstand

In 70 Prozent der untersuchten Böden konnten Rückstände von mindestens einem Pflanzenschutzmittel nachgewiesen werden. Fungizide waren dabei mengenmäßig am stärksten vertreten, gefolgt von Herbiziden. Insektizide spielten eine geringere Rolle. Besonders auffällig ist das häufige Vorkommen des Glyphosat-Abbauprodukts Aminomethylphosphonsäure (AMPA), welches oft nicht aus landwirtschaftlichen Anwendungen stammt, sondern aus Waschmitteln.

Anpassung der Risikobewertung bei der EU-Zulassung

Die Wissenschaftler fordern nun eine stärkere Berücksichtigung der Effekte auf Bodenlebewesen bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln. Sie heben hervor, dass aktuelle ökologische Bewertungen nicht ausreichend sind und schlagen vor, künftig auch Effekte auf gesamte Lebensgemeinschaften einzubeziehen. Nur so könne die Biodiversität im Boden als ein wesentlicher Bestandteil des Ökosystems geschützt werden.

Die Studie ist ein gemeinsames Projekt von zehn europäischen Forschungseinrichtungen, darunter das Schweizer Institut Agroscope und die Universität Zürich.

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Acker

Glyphosat-Rückstände gefährden Bodenbiodiversität: Neue Studie warnt

Die Auswirkungen von Pflanzenschutz-Rückständen auf das Bodenleben sind größer als bisher angenommen. Eine neue Studie, veröffentlicht in der renommierten Zeitschrift Nature, zeigt,...

GLÖZ 2026: Neue EU-Vorschriften für Landwirtschaft im Überblick

Die Vorschriften zum guten landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand (GLÖZ) werden im Jahr 2026 erneut angepasst, was von den Landwirten einige Umstellungen erfordert....

BVL genehmigt erstes Kupfer-Fungizid Recudo für Zuckerrüben

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat kürzlich dem Fungizid Recudo, das auf Kupferoxychlorid basiert, eine reguläre Zulassung erteilt. Damit ist...

Düngen bei Frost: Was die Düngeverordnung wirklich erlaubt

In der Landwirtschaft ist das Ausbringen von Gülle und Festmist in den Wintermonaten ein wiederkehrendes Thema. Eine zentrale Frage ist, ob dies...

Süßkartoffel-Boom in Deutschland: Chancen und Herausforderungen im Anbau

Die Süßkartoffel hat sich in den letzten Jahren von einem exotischen Nischenprodukt zu einem festen Bestandteil in vielen deutschen Haushalten entwickelt. Besonders...