Der Rindermarkt zeigt weiterhin eine starke Dynamik. Besonders auffällig ist die Knappheit bei Jungbullen, die trotz eines leichten Preisanstiegs im Januar weiterhin fest im Preis sind. Ein Nachholbedarf nach den Feiertagen trieb die Nachfrage im Lebensmittelhandel und bei Verarbeitern hoch, jedoch scheint sich die Lage momentan zu beruhigen.
Rückgang der Schlachtzahlen
Die Schlachtzahlen bleiben auf einem niedrigen Niveau. In der zweiten Kalenderwoche wurden laut amtlicher Statistik ungefähr 22.000 Bullen geschlachtet, was fast acht Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres ist. Ein Händler berichtet, dass die Mäster zum Jahresende stark abgeliefert haben und die reduzierten Schlachttage keinen Angebotsstau verursachten. Dennoch besteht Besorgnis über einen möglichen Nachfragerückgang wegen der hohen Preise, da Handelsketten bereits fünf bis 15 Prozent Absatzverlust bei Rindfleisch verzeichnen.
Preisgefälle zwischen Nord und Süd
Am Markt für Schlachtrinder ist erneut ein deutlicher Unterschied zwischen den Preisen im Norden und Süden Deutschlands zu beobachten. Im Süden sind die Preise höher, was auf einen intensiveren Wettbewerb und eine höhere Kaufkraft zurückzuführen ist.
Schlachtkühe trotz Milchpreisverfall gefragt
Die Marktlage bei weiblichen Schlachtrindern bleibt stabil. Trotz des Einbruchs der Milchpreise ist das Angebot an Schlachtkühen nicht wesentlich gestiegen. Branchenkenner weisen darauf hin, dass das gefühlte Überangebot täuscht, da tatsächlich drei Prozent weniger Kühe geschlachtet wurden als im Vorjahr zur gleichen Zeit.
Hackfleisch als Verkaufsschlager
An der Fleischtheke zeigt sich Hackfleisch als besonders nachgefragt, da es das kostengünstigste Rindfleischprodukt darstellt. Der Preisunterschied zwischen Jungbullen und Schlachtkühen beträgt derzeit 1,15 € pro Kilogramm Schlachtgewicht, was die Preisfestigkeit unterstützt.
Einfluss des Milchpreises auf den Markt
Zukünftige Entwicklungen bei den Milchpreisen könnten Auswirkungen auf die Preise von Schlachtkühen haben. Marktteilnehmer erwarten zumindest stabile Preise, während Färsen ebenfalls weiterhin stark nachgefragt und teuer bleiben.
