Im November 2025 wurden in Deutschland etwa 10,4 Millionen Rinder gezählt, was einem leichten Rückgang von 0,4 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Diese Entwicklung zeigt eine verlangsamte Abnahme im Vergleich zu den Vorjahren. Während die Gesamtzahl der Rinder abnahm, stieg die Zahl der Milchkühe leicht um 0,2 % an und erreichte knapp 3,6 Millionen.
Anhaltender Rückgang bei Rinderhaltungsbetrieben
Trotz des leichten Anstiegs bei den Milchkühen hat sich die Anzahl der Betriebe, die Rinder halten, weiter verringert. Im Jahr 2025 gaben 1.762 Betriebe, was etwa 1,4 % aller Betriebe ausmacht, ihre Haltung auf. Somit blieben noch 122.430 Betriebe, die sich mit der Rinderhaltung beschäftigten. Besonders stark war der Rückgang bei Milchviehbetrieben mit einem Minus von 3,1 %.
Krankheitsfolgen beeinflussen Bestände
Die gestiegenen Milcherzeugerpreise führten dazu, dass Landwirte ihre Kühe länger auf den Höfen behielten. Dies zeigte sich in den Schlachtzahlen: Von Januar bis Oktober 2025 wurden 7,1 % weniger Milchkühe geschlachtet als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Blauzungenkrankheit hatte zudem Langzeitfolgen: Genesene Tiere konnten erst später wieder für die Reproduktion genutzt werden, was zu einer Verzögerung bei Kalbungen führte.
Zunahme bei Kälbern und Jungrindern
Die Auswirkungen der verzögerten Kalbungen spiegelten sich in einer Zunahme der Kälberbestände wider. Die Zahl von Kälbern und Jungrindern stieg um 0,5 %, wobei besonders Kälber unter acht Monaten mit einem Anstieg von 1,7 % zu dieser Entwicklung beitrugen.
Erschütterungen in Altersstruktur der Rinderbestände
Tiere im Alter von einem Jahr und älter nahmen hingegen ab. Der Bestand dieser Altersgruppe sank um 2,2 %, wobei weibliche Kälber einen besonderen Rückgang von 3,1 % verzeichneten. Auch ältere Rinder über zwei Jahren wurden weniger gehalten.
Mutterkuhhaltung auf dem Vormarsch
Trotz des allgemeinen Rückgangs der Rinderhaltung nahm die Mutterkuhhaltung im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 % zu. Dieser Trend zeigt eine Verschiebung hin zu mehr Aufzucht innerhalb der Mutterkuhhaltung statt in reinen Aufzuchtställen.
Betriebsgrößen wachsen weiter an
Zwar verringerte sich die Anzahl der Milchkuhhaltenden Betriebe fast überall in Deutschland; jedoch stieg die durchschnittliche Betriebsgröße weiter an. Bundesweit lebten im November 2025 pro Milchviehbetrieb durchschnittlich 76,3 Kühe, was eine Zunahme von 2,5 Kühen pro Betrieb bedeutet.
Konzentration auf größere Herdenstrukturen
Laut aktuellen Daten befinden sich rund 61 % der Milchkühe in Herden mit mehr als 100 Tieren. Im Gegensatz dazu ging die Zahl kleinerer Betriebe zurück. Insgesamt setzte sich der Trend fort: Kleine Betriebe weichen größeren Strukturen aufgrund wirtschaftlicher und personeller Herausforderungen.
Diesen Entwicklungen stehen verschiedene Ursachen zugrunde: Der Wunsch nach wirtschaftlicher Effizienz führt zur Erhöhung der Kuhzahlen pro Betrieb; gleichzeitig zwingen Ressourcenmangel oder fehlende Nachfolger viele kleinere Landwirte zur Aufgabe ihrer Betriebe.
