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BayWa-Chefposten gestrichen

In einer turbulenten Phase für die BayWa AG wurden bei der jüngsten Aufsichtsratssitzung entscheidende Personalveränderungen beschlossen. Der bisherige Vorstandsvorsitzende Frank Hiller verlässt das Unternehmen mit sofortiger Wirkung, wie aus Kreisen des Aufsichtsrats verlautete. Eine Nachfolgeregelung ist nicht vorgesehen. Stattdessen werden die Aufgaben von Hiller auf bestehende Mitglieder des Vorstands verteilt.

Aufteilung der Führungskräfteaufgaben

Zukünftig sollen Sanierungsvorstand Michael Baur, Finanzvorstand Matthias Rapp und Agrarvorständin Marlen Wienert die Führungsaufgaben gemeinschaftlich übernehmen. Insbesondere Baur wird weiterhin den Fokus auf den Sanierungsplan legen, der bis 2028 angelegt ist. Wienert, deren Vertrag bereits im Dezember 2025 bis 2028 verlängert wurde, bringt wertvolle Erfahrung in den Agrarsektor ein.

Diese Entscheidung folgt auf Diskussionen innerhalb des Aufsichtsrats unter Leitung von Gregor Scheller, die bereits seit einiger Zeit über Hillers strategische Ausrichtung und dessen Umsetzung schwelten. Hiller war im März des vergangenen Jahres angetreten, um die „größte Transformation in der Geschichte“ der BayWa zu gestalten. Allerdings blieb eine umfassende Strategie aus, was letztendlich zu seiner Demission führte.

Verkauf als Teil der Sanierung

Ein bedeutender Schritt im Rahmen der Sanierung war der Verkauf der niederländischen Cefetra-Group für 125 Millionen Euro. Diese Transaktion trug zur Reduzierung der Bankverbindlichkeiten bei und wurde von Anlegern positiv aufgenommen. Dennoch reichten diese Maßnahmen nicht aus, um das Vertrauen in Hillers Führungsqualitäten wiederherzustellen.

Hillers Zeit bei BayWa war zudem von internen Konflikten geprägt. Berichten zufolge kam es wiederholt zu Kompetenzstreitigkeiten zwischen ihm und Michael Baur. Hillers Eingriffe in Baurs Zuständigkeiten sowie seine Forderungen nach Änderungen am Sanierungsplan sorgten für Unruhe sowohl im Aufsichtsrat als auch bei Gläubigerbanken und Ankeraktionären.

Kritik und Perspektiven

Der Wechsel an der Führungsspitze wirft Fragen zur langfristigen strategischen Ausrichtung des Unternehmens auf. Landwirte, Kunden und Aktionäre erwarten nun klare Signale über den zukünftigen Kurs der BayWa. Die Verteilung der Verantwortung auf mehrere Schultern könnte zu einer ausgewogeneren Entscheidungsfindung führen und neue Impulse setzen.

Dabei bleibt es entscheidend, dass das Unternehmen an seiner Kernstrategie festhält und gleichzeitig flexibel genug ist, um auf neue Herausforderungen zu reagieren. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die BayWa unter neuer Führung wieder zu stabilerem Fahrwasser findet.

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