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Markt für Fleischalternativen 2025 gesunken: Rügenwalder wächst

Im ersten Halbjahr 2025 hat sich der Markt für pflanzliche Fleischalternativen rückläufig entwickelt. Während die Branche insgesamt Verluste verzeichnete, konnte die Rügenwalder Mühle ihre Umsätze dennoch steigern und sich so gegen den Abwärtstrend behaupten.

Das Unternehmen hat in den vergangenen zwei Jahren 18 neue vegetarische und vegane Produkte eingeführt. Damit setzt der Hersteller seinen Wachstumskurs fort, wenn auch mit geringerer Dynamik als in den Vorjahren. Nach Angaben der Lebensmittel Zeitung stiegen Umsatz und Absatz um jeweils rund fünf Prozent. Im Jahr zuvor hatte das Plus beim Umsatz noch bei fast neun Prozent gelegen.

Seit der Mehrheitsübernahme gehört die Rügenwalder Mühle zum Konzern Pfeifer & Langen, der mit der Marke Endori ebenfalls im Segment der Fleischalternativen vertreten ist. Trotz der Zugewinne des niedersächsischen Herstellers zeigt die Branche insgesamt Schwächen. Der Umsatz mit gekühlten Ersatzprodukten sank in den ersten sechs Monaten 2025 um knapp drei Prozent, der Absatz sogar um mehr als fünf Prozent. Erst im Juli zeichnete sich eine leichte Stabilisierung ab.

Auch das Kaufverhalten der Verbraucher hat sich verändert. Die Zahl der Käuferhaushalte ging laut Lebensmittel Zeitung um 6,8 Prozent zurück, gleichzeitig nahm die Einkaufsmenge pro Haushalt ab. Handelsketten wie Lidl und Aldi haben die Preise ihrer veganen Eigenmarken auf das Niveau von Fleischprodukten gesenkt, was zunächst für steigende Verkäufe sorgte. Mittlerweile verlieren jedoch auch diese an Dynamik.

Im Markenvergleich behauptet sich die Rügenwalder Mühle weiterhin deutlich an der Spitze. Mit 42 Prozent Marktanteil bei gekühlten Fleischalternativen führt sie das Ranking an. Dahinter folgen Like von Livekindly mit 7,3 Prozent, Billie Green von Infamily Foods mit 5,3 Prozent sowie Garden Gourmet von Nestlé mit 3,2 Prozent.

Einen erheblichen Anteil des Umsatzes erwirtschaftet der Hersteller über Sonderaktionen. Rund 30 Prozent des Absatzes im Veggie-Segment werden durch Rabatte erzielt – ein Wert, der branchenweit üblich ist. Für das Jahr 2024 liegen noch keine offiziellen Zahlen vor. Im Jahr 2023 belief sich der Nettoumsatz auf knapp 266,5 Millionen Euro, was einem Minus von rund vier Prozent entsprach. Der Gewinn lag bei 3,2 Millionen Euro, nachdem er im Jahr zuvor sogar auf unter eine Million Euro gefallen war.

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