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Frühlingshafte Temperaturen begünstigen Rüsslerbefall im Raps

Mit einem unerwartet schnellen Temperaturanstieg durch südwestliche Luftströmungen steht der deutsche Rapsanbau vor einem frühzeitigen Beginn der Rüsslersaison. Ab dem 9. November werden die Temperaturen deutlich ansteigen, was den ersten Zuflug von Schädlingen in den Rapsfeldern zur Folge haben könnte. Besonders die ersten sonnigen Tage sind kritisch, da dann mit dem Erscheinen der Großen Rapsstängelrüssler und der Gefleckten Kohltriebrüssler zu rechnen ist.

Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) rät, bereits jetzt Gelbschalen in den Feldern zu platzieren, um die Aktivität dieser Schädlinge zu überwachen. Die effektive Überwachung ist entscheidend, da die Bekämpfung der Schädlinge vor der Eiablage erfolgen sollte. Die ersten warmen Tage des Jahres führen erfahrungsgemäß zu einem vermehrten Zuflug der Käfer, wobei die Temperaturen um 12 Grad Celsius als kritische Schwelle für die Aktivität der Rüssler gelten.

Sobald die Käfer eintreffen, beginnen sie mit dem Reifefraß, gefolgt von der Eiablage. Die Zeitfenster für die Bekämpfungsmaßnahmen sind dabei je nach Rüsslerart unterschiedlich kurz. Während der Große Rapsstängelrüssler schnell mit der Eiablage beginnt, benötigt der Gefleckte Kohltriebrüssler etwas mehr Zeit. Eine frühzeitige Unterscheidung der beiden Arten ist daher für eine effektive Schädlingsbekämpfung unerlässlich. Der Gefleckte Kohltriebrüssler ist an einem weißen Fleck auf dem Rücken und rötlichen Füßen zu erkennen, während der Große Rapsstängelrüssler etwas größer ist und eine schwarz-graue Färbung mit schwarzen Füßen aufweist.

Neben den herkömmlichen Gelbschalen gibt es auch digitale Varianten, die jedoch eine geringere Fangquote aufweisen. Es wird empfohlen, eine herkömmliche Gelbschale in der Nähe einer digitalen zu platzieren, um die Genauigkeit der Zuflugsdaten zu erhöhen. Die Bekämpfungsschwelle liegt bei 15 Käfern in drei Tagen für den Gefleckten Kohltriebrüssler und nur fünf Käfern für den schädlicheren Rapsstängelrüssler.

Das ungewöhnlich warme Wetter sollte auch genutzt werden, um den Zustand der Rapsbestände zu überprüfen, insbesondere hinsichtlich des Befalls durch Rapserdflohlarven. Nach einem relativ milden Winter besteht das Risiko, dass die Eiablage und Larvenentwicklung des Erdflohs begünstigt wurden. Bei starkem Befall kann eine kombinierte Behandlung nach dem ersten Rüsslerzuflug erforderlich sein.

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