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Die Schweizer Truten legen zu

  • Bäuerinnen und Bauern vermarkten Truten auch direkt ab Hof. – Jonas Ingold

Ohne Truthahn ist ein US-amerikanisches Thanksgiving-Fest kaum vorstellbar. Die amerikanischen Bräuche schwappen immer stärker auch nach Europa über. Das spüren auch die er Truten-Produzenten.

«Ganze Truten sind eigentlich nur an Thanksgiving und an Weihnachten ein grosses Thema», sagt Andi Schmal, Geschäftsleiter der Frifag Märwil AG. Das Unternehmen produziert rund 90 Prozent des er Trutenfleisches. Die Frifag produziert deshalb auf diese Termine hin sehr viele kleinere Truten.

«Ob die Nachfrage dieses Jahr wieder so ist, kann ich noch nicht sagen. Es kann natürlich Einfluss haben, dass generell weniger grössere Familienanlässe abgehalten werden», sagt Schmal hinsichtlich der aktuellen Corona-Situation. Auch neben den ganzen Truten wird zu Weihnachten mehr Trutenfleisch nachgefragt, z.B. für Fleischfondue oder allgemein für das Festmahl.

Deutlich höhere Produktion

Die Trutenproduktion ist in der im Wachstum. Produzierte die Frifag im Jahr 2009 noch 1276 Tonnen (Schlachtgewicht), waren es 2019 bereits 1961 Tonnen. Bei der Frifag macht Trutenfleisch aktuell rund 12 Prozent der Produktion aus. «Wir verzeichneten ein Wachstum, aber nicht gleich stark wie bei den Poulets. Also bleibt die Trutenproduktion in der eine Nische», sagt Andi Schmal.

Verantwortlich dafür ist laut Schmal auch das Importfleisch. Die ausländischen Alternativen seien meist massiv günstiger. «Bei der Frifag produzieren wir alle Truten nach RAUS- und IP-Suisse-Richtlinien, das heisst mit Aussenklimabereich und der doppelten Stallfläche als Weide. Das hat seinen Preis.» Damit will sich die Frifag von billigeren Importprodukten abgrenzen. «Wir wollen uns auf die Märkte konzentrieren, denen der Mehrwert von und artgerechter Haltung auch ‘mehr Wert’ ist», sagt der Frifag-Geschäftsleiter. Deshalb bleibe die Produktion wohl auch eine Nische.

Neue Produkte haben Potenzial

Trotzdem hält Schmal ein weiteres, langsames Wachstum für realistisch. Denn viele Konsumentinnen und Konsumenten würden gerade beim Geflügelfleisch genauer auf die Herkunft und die Haltung achten. Zudem gebe es immer mehr Produktionse, die im Bereich Schinken und Wurst Qualitätsprodukte nach IP- und Terra-Suisse-Richtlinien produzierten, erklärt er. Auch in diesem Bereich gebe es weiteres Wachstumspotenzial.

Woher kommen die Truten?

In den Coop-Metzgereien sind auf Bestellung das ganze Jahr über ganze Truten erhältlich, wie Mediensprecher Andrea Ruberti erklärt. Vor Weihnachten sind weit in den Coop-Supermärkten ganze Truten erhältlich. Diese stammen aus der und aus Frankreich.

«Coop engagiert sich bereits seit Langem für hohe standards und ist führend in diesem Bereich, auch beim importierten Fleisch», sagt Ruberti. Mit den Mehrjahreszielen Nachhaltigkeit habe Coop das als eines der strategisch wichtigen Nachhaltigkeitsthemen verankert. Zusammen mit den Lieferanten im Ausland ist eine Trutenproduktion nach den BTS-Richtlinien (Besonders tierfreundliche ) aufgebaut worden. Mittlerweile entsprechen laut Ruberit über 99% des Truten-Frischfleisches diesem höheren standard.

Auch die Migros verkauft ganze Truten. Sie stammen aus Frankreich und Ungarn, wo sie unter dem standard Migros Animal Welfare (MAW) produziert werden, wie Mediensprecher Marcel Schlatter sagt. Die ganzen Bio-Truten kommen aus der . Beim MAW wird nach er Tierschutz-Vorgaben produziert. „Wir haben zusammen mit unseren Lieferanten eine Produktion gemäss BTS aufgebaut“, erklärt Schlatter. Damit stamme das gesamte frische Trutenfleisch der Migros aus BTS-Haltung und müsse Anforderungen in diversen Bereichen wie Tierhaltung, Tiergesundheit, Fütterung, Transport und Schlachtung gerecht werden.

Es gibt auch Bäuerinnen und Bauern, die direkt er Truten vom Hof verkaufen. Entsprechende Höfe finden Sie unter https://hofsuche.vomhof.ch/

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Quelle: erbauer.ch