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Warnung vor Hasenpest in deutschen Landkreisen

In einigen Regionen Deutschlands, insbesondere in Bayern und Rheinland-Pfalz, tritt die Hasenpest, auch bekannt als Tularämie, wieder vermehrt auf. Diese Infektionskrankheit, verursacht durch das Bakterium Francisella tularensis, bedroht nicht nur den ohnehin angeschlagenen Bestand der Feldhasen, sondern birgt auch Risiken für Menschen und Haustiere.

Ein aktueller Fall wurde im Landkreis Straubing-Bogen in Niederbayern registriert, wo ein Feldhase positiv auf das Bakterium getestet wurde. Dieser tote Hase wurde in der Gemeinde Aiterhofen gefunden und von Spezialisten des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit untersucht. Ähnliche Vorfälle wurden auch in Rheinland-Pfalz gemeldet, einschließlich zweier Todesfälle bei Feldhasen im Westerwaldkreis und ein weiterer nachgewiesener Fall im Kreis Birkenfeld.

Die zuständigen Landratsämter appellieren an Jäger, Waldbesitzer und Spaziergänger, tote Feldhasen oder Wildkaninchen unverzüglich den lokalen Jagdpächtern oder den Veterinärämtern zu melden. Der direkte Kontakt mit kranken oder toten Tieren sollte vermieden werden, um eine Ansteckung zu verhindern. Ebenso ist es ratsam, Hunde von den Kadavern fernzuhalten, da auch sie sich infizieren und den Erreger weiterverbreiten können.

Die Übertragung der Hasenpest auf den Menschen erfolgt meist durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren, wobei Mäuse als wichtige Zwischenwirte gelten. Stechmücken können ebenfalls als Überträger fungieren. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist bisher nicht dokumentiert. Infizierte Personen entwickeln typischerweise grippeähnliche Symptome wie Fieber, Schüttelfrost und Kopfschmerzen. An der Infektionsstelle kann sich ein schmerzhaftes Geschwür bilden. In schwereren Fällen kann es zu Atemwegserkrankungen und Lungenentzündungen kommen, die jedoch in der Regel mit Antibiotika erfolgreich behandelt werden können.

Für Hundebesitzer ist es wichtig, sich über die Risiken einer Ansteckung im Klaren zu sein. Infizierte Hunde zeigen oft Symptome wie Appetitlosigkeit, Fieber und geschwollene Lymphknoten. Bei Verdacht auf eine Hasenpestinfektion sollte der Kontakt mit erkrankten oder toten Tieren vermieden, der Hund angeleint und ein wirksamer Zeckenschutz angewendet werden, besonders in betroffenen Gebieten.

Obwohl die Tularämie in Deutschland mit jährlich 60 bis 120 Fällen als eher selten gilt, zeigen Studien, dass ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung bereits Kontakt mit dem Erreger hatte. Auch in der Wildpopulation sind Antikörper gegen das Bakterium nachweisbar.

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