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Zuckerrüben: Bonus für zusätzliche Flächen

  • Um einen weiteren Rückgang der Zuckerrübenfläche zu verhindern, sucht die Branche aktiv nach Anbaufläche. – zvg
  • Dazu setzt sie einmalig ein unkonventionelles Anreizsystem um. – Isabelle Schwander

Die Anbauflächen bei den Zuckerrüben sind seit Jahren rückläufig. Die Versorgung der Zuckerfabriken ist gefährdet. Um die Anbaubereitschaft zu erhöhen, haben der Verband der Zuckerrübenpflanzer und Schweizer Zucker AG ein neues Anreizsystem geschaffen.

Die Zuckerrübenflächen in der Schweiz sind unter Druck. Wegen sinkenden Preisen haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Bauern auf den Anbau verzichtet. Zudem haben Krankheiten wie die Viröse Vergilbung teilweise zu grossen Ertragsausfällen geführt.

Tieferer Einzelkulturbeitrag für konventionelle Rüben

Auch gibt es politische Unsicherheiten. Die Mehrheit der Wirtschaftskommission des Nationalrates (WAK-N) schlägt vor, den Einzelkulturbeitrag für Zuckerrüben nach Produktionsweise zu splitten. Konventionelle Rübenbauern sollen künftig noch 1500 Franken pro Hektare Zuckerrüben erhalten. Das sind 600 Franken weniger als bisher.

Der Schweizerische Verband der Zuckerrübenpflanzer (SVZ) fürchtet bei einer Kürzung des Beitrages noch unter das Niveau von 2018 – damals lag er bei 1800 Franken – einen nicht absehbaren, massiven Flächenverlust und Fabrikschliessungen. Die 2018 eingeführten Massnahmen, höherer Einzelkulturbeitrag und der Mindestzoll für Zucker, sind auf Ende 2021 befristet.

Erst 16’000 ha unter Vertrag

Die Nachfrage nach Schweizer Zucker ist gemäss Branchenangaben gut. Die Nachfrage kann mit den knapp 190’000 Tonnen Zucker aus der 2020 aber bei weitem nicht gedeckt werden. Und für dieses Jahr zeichnet sich ein erneuter Flächenrückgang ab.

Denn bis Mitte Februar wurden erst für 16`000 ha Anbauverträge abgeschlossen. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das einen Flächenrückgang von 1’750 ha. «Vor allem in der Westschweiz geben viele Produzenten den Zuckerrübenanbau wegen den hohen Ertragsverlusten aufgrund der virösen Vergilbung und dem Syndrom de basses richesses (SBR) auf», heisst es in einer Mitteilung der Rübenpflanzer.

Pro 100 ha 10 Rappen pro Tonne

Um die Anbaubereitschaft zu erhöhen, haben der Schweizerische Verband der Zuckerrübenpflanzer (SVZ) und Schweizer Zucker AG (SZU) ein neues Anreizsystem geschaffen. Ausgehend von den aktuellen 16’000 ha werden pro zusätzliche 100 ha Anbaufläche zusätzlich 10 Rappen pro Tonne Zuckerrüben auf den Richtpreis bezahlt. Beim Erreichen von 17’000 ha würde ein Zuschlag von einem Franken auf den Richtpreis erfolgen. Der Richtpreis wurde für 2021 auf 45 Fr./t festgesetzt. Das ist ein Franken mehr als 2020.

Diesen Bonus erhalten alle Pflanzer auf der ganzen Zuckerrübenmenge. «Damit werden bestehende Produzenten motiviert, die eigene Anbaufläche auszudehnen und neue Produzenten in den Anbau einzusteigen», heisst es in der Mitteilung weiter. Die Finanzierung ist aufgrund der besseren Auslastung Zuckerfabriken Aarberg und Frauenfeld kostenneutral.

«Rückwärtsintegration»

Die Schweizer Zucker bietet mit der «Rückwärtsintegration» zudem ein weiteres Modell an. stellen die Flächen zur Verfügung, der Anbau erfolgt durch einen Berufskollegen oder einen Lohnunternehmer. Mit der neu lancierten APP BetaSwiss informiert die Branche wöchentlich über die Entwicklung der Anbaufläche.

Kantone unterstützen Anbau

Mehrere Kantone unterstützen den Zuckerrübenanbau zusätzlich mit Nothilfemassnahmen. So setzt der Kanton Freiburg zusammen mit den Produzenten eine solidarische Fondslösung um. Die Finanzhilfe erfolgt in Form einer Prämie von jährlich 600 bis 640 Franken pro Hektare. Finanziert wird sie zu gleichen Teilen vom Staat und von den Zuckerrübenproduzenten über einen Solidaritätsbeitrag von je 4 Franken pro Tonne Zuckerrüben.

Der Kanton Waadt bezahlt den en im Rahmen des «Plan Phyto» Beiträge für die Reduktion, respektive den Verzicht von Pflanzenschutzmitteln, wie z.B. die Herbizid-Reduktion beim Anbau von Conviso Smart Sorten. Für die Massnahmen wurden bis 2023 jährlich 1,75 Millionen zugesagt.

Der Kanton Genf unterstützt Zuckerrübenpflanzer mit zusätzlichen Beiträgen, welche auf oder Insektizide und/oder Fungizide verzichten und fördert das Pflanzverfahren von Zuckerrüben finanziell. In anderen Kantonen werden zurzeit Massnahmen geprüft.

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Quelle: schweizerbauer.ch