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Wetterbilanz: 2021 zu sonnig und zu nass

  • Der Sommer fand in diesem Jahr nur im Juni statt. – Heinz Röthlisberger

Vielen wird das Wetter im Jahr 2021 nicht als besonders angenehm in Erinnerung bleiben. Doch die Wetterbilanz von SRF Meteo ist klar: ein gutes Grad zu warm, deutlich sonniger als sonst und im Norden vor allem im Sommer zu nass.

Sommerhitze blieb weitgehend aus, dafür fiel im Winter immer wieder Schnee, teilweise bis in tiefe Lagen. Diese Wetterbilanz ziehen die Experten von SRF Meteo im Vergleich zur «klimatologisch relevanten Norm der Jahre 1961 bis 1990», wie es in einer Mitteilung vom Freitag heisst.

Kein Hitzerekord

In den letzten Jahren habe sich Hitzerekord an Hitzerekord gereiht, und die Jahrestemperaturen seien fast von Jahr zu Jahr gestiegen. Ganz anders im 2021: In weiten Teilen der war es das kühlste Jahr seit 2013, im Hochgebirge sogar seit 2010.

Im langjährigen Vergleich betrug der Wärmeüberschuss aber etwas mehr als 1 Grad, wie SRF Meteo weiter schreibt. Nimmt man den Erwartungswert (Jahre 1991 – 2020) als Massstab, so war es rund 0,3 Grad zu kühl.

Ein Monat Sommer

In diesem Jahr fand der Sommer – was die Temperaturen anbelangt – nur im Juni statt. Nach 2003, 2017 und 2019 war es der viertwärmste Juni überhaupt. Entsprechend wurde die Jahreshöchsttemperatur schon im Juni gemessen mit 34,3 Grad in Magadino TI. Es war seit 2008 der tiefste Jahreshöchstwert. Damals wurden 33,6 Grad in Chur als nationales Jahresmaximum gemeldet.

Im Juli war dann das Wetter alles andere als sommerlich. Im Tessin reichte es immerhin für 33 Grad. Im Norden gab es dagegen nur am 6. Juli dank Südföhn Hitzewerte von mehr als 30 Grad. Doch der Eindruck täuscht: 2021 war an den meisten Orten sonniger als sonst.

Am anderen Ende der Temperaturskala war es vereinzelt so richtig kalt: Am 14. Februar wurde auf dem staatlichen Messnetz der Jahrestiefstwert verzeichnet. In Samedan GR zeigte das Thermometer einen Wert von -30,5 Grad. Auf dem Corvatsch bei Silvaplana GR wurde am 26. Februar 2018 mit -30,9 Grad letztmals eine noch tiefere Temperatur gemessen.

«Starkregen» wäre beinahe Wort des Jahres geworden.
Monika Gerlach

Viel Regen und Schnee

Über mangelnden Niederschlag konnte man sich 2021 nicht beklagen. Laut SRF Meteo war in Luzern der Juli mit 319,5 Millimetern der nasseste Monat überhaupt. Ganz speziell war die Situation in Tafers FR und in Weinfelden TG. Dort gab es jeweils nach dem nassesten Juni gleich auch noch den nassesten Juli.

Insgesamt meldeten mehr als 30 Niederschlagsmessstationen einen neuen Julirekord. Die Stationen befanden sich vor allem in den Kantonen Tessin, Schwyz und Thurgau sowie in der Nord- und NordwestSpeziell war auch die Situation in Coldrerio im Mendrisiotto. Dort fiel 4 Mal so viel Regen wie in einem durchschnittlichen Juli. Viel Niederschlag gab es aber nicht nur im Sommer. Monatsrekorde wurden auch schon im Januar, vor allem im Osten der verzeichnet, so in Wädenswil, an mehreren Stationen in der Linthebene oder in Glarus.

2021 brachte vielerorts viel Schnee.
Familie Christen

Sehr viel Schnee

Weil im Januar die Temperaturen tief waren, gab es auch immer wieder kräftigen Schneefall, teilweise bis ins Flachland. Am 14. und 29. Januar fielen sehr grosse Schneemengen. In St. Gallen erreichte die Schneedecke mit 75 Zentimetern einen absoluten Rekord, und in Chur und Elm kam man in die Nähe von Neuschneerekorden.

Das war aber in Sachen Schnee noch nicht alles. Im März schneite es erneut extrem, und in Montana im Wallis gab es neue Schneerekorde. Innerhalb von 3 Tagen fielen dort 101 Zentimeter Neuschnee. Aber auch in der neuen Wintersaison fiel wieder ergiebig Schnee. So wurden am 9. Dezember in Adelboden 58 Zentimeter Neuschnee gemessen. Das war neuer Dezemberrekord und gleichzeitig die zweitgrösste Neuschneemenge im Skiort im Berner Oberland.

Im Westen trockener

Auf der Alpennordseite war das Jahr fast überall zu nass. Von Basel bis an den Bodensee beträgt der Niederschlagsüberschuss rund 25 Prozent. In Bern war es seit 2007 das nasseste Jahr. Weiter im Westen blieb es dagegen deutlich trockener.

In Genf wurden nur rund 90 Prozent des üblichen Jahresniederschlages gemessen. Auch im Süden war es an einige Orten zu trocken, so in Lugano und Locarno. Längere trockene Phasen gab es aber auch nördlich der Alpen. Besonders der Herbst war im Norden zum Teil massiv zu trocken, so vor allem im Kanton Zürich.

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Quelle: erbauer.ch