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Wandel als steter Begleiter

  • Daniel Salzmann, Chefredaktor «Schweizer Bauer».  – zvg

Die Zeitung «Schweizer Bauer» feiert heuer ihr 175-Jahre-Jubiläum. Die Zeiten haben sich seit 1846 stark geändert, aber die publizistische Idee des «Schweizer Bauer» ist dieselbe geblieben. 

Als die Oekonomische Gesellschaft Bern (heute OGG Bern) 1846 den Grundstein zum «Schweizer Bauer» legte, war die Welt eine ganz andere. Die moderne Eidgenossenschaft mit Nationalrat, Ständerat und Bundesrat wurde erst zwei Jahre später gegründet.

Noch konnten die Bauern und Bürger nicht in allen Kantonen politisch mitbestimmen. Reihum entstanden Talkäsereien, 1850 publizierte Jeremias Gotthelf seinen Roman «Käserei in der Vehfreude». Die Kraut- und Knollenfäule der Kartoffeln hatte im Winter 1846/47 verbreitet Hunger zur Folge und war ein grosses Thema in den ersten Ausgaben. So gab es etwa Ratschläge, wie das sehr knapp gewordene Brot mit Chrüüsch (Kleie) gestreckt werden kann.

Gute Beispiele zeigen

Die erste Nummer 1846 enthielt ein eigentliches Programm für den «Schweizer Bauer». Die politischen Entwicklungen sollten verfolgt werden, und «Nachrichten über den lichen Zustand und Fortschritt im Lande, Erzählung gelungener oder auch misslungener Verfahrungsweisen, Beschreibung gut geführter en zu Berg und Tal, Nachrichten über neue Erfindungen und Entdeckungen und über den lichen Markt» sollten im «Schweizer Bauer» abgedruckt werden. Ausdrücklich sollte der Blick auch ins Ausland gehen.

Das Ziel ist unverändert

Unverändert setzt sich der «Schweizer Bauer» zum Ziel, den Bauernfamilien möglichst alle Informationen zu liefern, die sie für eine erfolgreiche Tätigkeit in der benötigen.

Auf dass sie aktiv sein, entscheiden und ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen können statt sich von Marktpartnern, Gesellschaft und Politik treiben zu lassen. Es gilt, einen Weg zu wählen, der zum Betrieb, zur Familie und zu den eigenen Neigungen passt.

Enormer Wandel

Die hat seit 1846 enorme Veränderungen erlebt. Ein Heimet, das heute dank den technischen Errungenschaften eine Familie arbeitsmässig gerade so bewältigen kann, war damals nur mit mehreren Angestellten (Melker, Karrer, Mägde) führbar.

Die Reduktion des Grenzschutzes führte zu tieferen Produzentenpreisen, wurden eingeführt. Sich immer wieder an neue Rahmenbedingungen angepasst zu haben, stellt eine enorme Leistung der Schweizer dar. Sie hat dies weitgehend erfolgreich getan. Aber es geht weiter.

Chancen sehen

Der Spagat zwischen wirtschaftlichen Anforderungen des Marktes und gesellschaftlich-politischen Ansprüchen andererseits ist für viele Betriebe schwierig zu bewältigen. Früher war aber auch nicht alles einfacher und besser.

Immer und überall ist es wichtig, nicht nur das Problem zu beschreiben, sondern Lösungen zu suchen, nicht nur die Risiken zu sehen, sondern vor allem die Chancen.  Auch kritische Konsumenten stellen eine Chance dar. Sie sollen und müssen für noch aufwendiger hergestellte Produkte faire, mindestens kostendeckende Preise bezahlen.

Lebensmittel sind zentral 

«Hinc felicitas – von hier das Glück oder der Wohlstand». Das steht auf dem Siegel der OGG Bern und meint, dass der Wohlstand eines Landes ganz besonders von der herrührt. In jedem Fall ist ohne ausreichende Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln ein Staatswesen gefährdet.

Darum ist es so wichtig, den Produktionsgrundlagen und den in der tätigen Menschen Sorge zu tragen. Die Coronakrise hat deutlich genug vor Augen geführt, was wirklich zählt.

Sehr gute Nachfrage stimmt zuversichtlich

Die Nachfrage nach Schweizer Produkten, die nach internationalen Massstäben allesamt als Spezialitäten gelten dürfen, war schon vorher gut und ist in diesem Jahr noch einmal gestiegen. Das ist sehr erfreulich und gibt viel Zuversicht. Redaktion und Verlag des «Schweizer Bauer» geben ihr Bestes, um ihren Teil zu einer erfolgreichen Zukunft der ganzen Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft beizutragen.

Daniel Salzmann 
Chefredaktor «Schweizer Bauer»

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Quelle: schweizerbauer.ch