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Vom Thurgau in die ganze Schweiz

  • Melanie Knup führt den Betrieb zusammen mit ihrem Vater. – Daniel Thür
  • Blick über das Erdbeerenbfeld in Kesswil. – Daniel Thür

Wenn man auf dem Betrieb der Familie Knup in Kesswil TG ankommt, muss man nicht fragen, was hier produziert wird: Man sieht Erdbeeren, wohin man auch blickt. Der Anbau und die Erne ist aufwändig.

Erdbeeren sind bei Melanie Knup täglich präsent. Die Sammelnussfrucht, gegessen wird der Fruchtboden, die Nüsschen sind die Samen, hat Hochsaison und wird derzeit auf den Feldern get. Dabei werden die Beeren fortlaufend ins Kühllager geliefert, wo sie einer Qualitätskontrolle unterzogen, gewogen, abgepackt und kommissioniert werden.

Anschliessend wird die Auslieferung an die Kunden organisiert. Der Transport bis in den Raum Bern wird mit eigenen Fahrzeugen vorgenommen, für die Innerschweiz und Westschweiz fahren Transportpartner. Eine gut organisierte Logistik ist sehr wichtig, da die Erdbeere frisch beim Kunden eintreffen muss.

Sie muss rot leuchten

Doch wie sieht denn eine perfekte Erdbeere aus? «Eine Erdbeere muss leuchtend rot, mit einem intensiven Aroma und einer guten Festigkeit sein. Beim Reinbeissen soll die Haut zwar fest, die Frucht aber nicht zu hart sein», erklärt Melanie Knup.

Obwohl sie täglich mit Erdbeeren zu tun hat, isst sie während der Saison jeden Tag davon und liebt sie immer noch. «Die Frucht ist ja auch vielseitig verwendbar, man kann sie frisch ab der Staude verzehren oder in unzähligen Zubereitungen verwerten», hält sie fest. Ausserdem weist sie einen sehr hohen Wasseranteil auf, enthält viel Vitamin C und ist kalorienarm.

Seit mehr als 40 Jahren werden auf Betrieb Erdbeeren angebaut. Die erfolgt von Hand.
Daniel Thür

Von Hand get

Doch zurück zur laufenden Erdbeeren. Wer hat nicht schon die Wägelchen skeptisch bestaunt, die zwischen den Feldern stehen, worauf Mannen und Frauen sitzen und – man glaubt es kaum – von Hand jede einzelne Erdbeere n. Und dies, ob es nun 30 Grad heiss ist oder den ganzen Tag regnet. «Menschen, die diese Arbeit zum ersten Mal machen, spüren das am Abend schon im Rücken», schmunzelt Melanie Knup.

«Es benötigt eine gewisse Routine, bis man sich daran gewöhnt hat», fährt sie fort. Einige Hektaren Beeren werden auch im Tunnel auf Stellagen angebaut, wo sie auf Schulterhöhe gepflückt werden können. «Bei den sogenannten Substratkulturen wachsen die Beeren im Tunnel auf Schulterhöhe, das hat mehrere Vorteile. Die Pflanzen können gezielt mit Feuchtigkeit und Nährstoffen versorgt werden. Sie sind so auch vor Wettereinflüssen wie Regen, Hagel und starker Sonneneinstrahlung geschützt», erklärt Knup.

Insgesamt produziert der Betrieb Knup jährlich rund 1200 Tonnen Erdbeeren, die erfolgt zwischen Mitte April und Ende Oktober.

Erdbeeren aus dem Thurgau gibt es fast in der ganzen Schweiz zu kaufen.
Daniel Thür

Empfindliche Blüten

Ob Freiland- oder Tunnelanbau: Erdbeeren sind sehr empfindlich auf Krankheiten und Schädlinge. Es braucht insbesondere im Freiland auch mittel. «Gerade zur Vorbeugung von Fäulnis ist es unerlässlich, während der Blüte ein Fungizid einzusetzen. Aber dazu muss man wissen, dass jedes mittel eine Wartefrist hat», sagt die Erdbeeren-Produzentin. Bis zur sind diese Mittel abgebaut, die Beeren sind bedenkenlos geniessbar.

«Generell sind mittel, die bei den Beeren eingesetzt werden, sehr stark verdünnt und unbedenklich», fährt sie fort. Nach der Blüte wird unter die Beeren Schilf unterlegt, damit diese vor Schmutz und Feuchtigkeit geschützt sind.

Der Aufwand für die Beeren ist gross. Anfangs August werden die neuen Setzlinge auf die vorbereiteten Felder, in geformte Erddämme welche mit Folien abgedeckt sind, gesetzt. Zur Bewässerung wird ein Tropfschlauch eingelegt, danach werden die Pflanzen gedüngt. Zusätzlich werden sie im Winter mit Vlies bedeckt, um die Pflanzen vor starkem Frost zu schützen. So gibt es pünktlich zur neuen Saison wieder die Thurgauer Erdbeeren zu geniessen.

Betriebsspiegel:

Betriebsführung: Melanie und ihr Vater Peter Knup, Familienbetrieb in 5. Generation.

Seit mehr als 40 Jahren werden Erdbeeren angebaut. Im Laufe der Zeit kamen Himbeeren, Heidelbeeren, Brombeeren, Johannisbeeren und Stachelbeeren hinzu.

Betriebsgrösse: 90 ha landwirtschaftliche Nutzfläche, mehrheitlich Beeren, ein kleiner Teil Birnen und Christbäume. Die Flächen befinden sich am Betriebsstandort Kesswil sowie in Güttingen, Dozwil und Uttwil. Bewässert wird mit Seewasser, einem eigenem Pumpsystem und Speicherbecken

Verschiedene Anbausysteme: geheizte Tunnels, normale Tunnels, Freiland
30 Festangestellte und über 200 helfer im Sommer

Beeren werden von Mitte April bis Ende Oktober get. Jährlich werden rund 1’200 Tonnen Erdbeeren get

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Quelle: schweizerbauer.ch