Anzeige
 

Trotz viel Stickstoff nur wenig mehr Ertrag

  • Pflanzen brauchen Stickstoff, um zu wachsen. Ein internationales Forscherteam untersuchte nun den Input und den Output. – Ruedi Haudenschild
  • Die Forschenden fanden heraus, das viele Länder ihren Stickstoffeinsatz zurückfahren könnten, ohne dass ihnen die Erträge wegbrechen würden. – Agroline

Einige Länder setzen extrem viel Stickstoffdünger ein, holen dadurch aber trotzdem nur wenig mehr Ertrag heraus. Das berichten Forschende mit Beteiligung der ETH Zürich im Fachmagazin «Nature Food».

Pflanzen brauchen Stickstoff, um zu wachsen. Wird ein Acker jedoch mit Stickstoff gedüngt, gelangt davon immer auch ein Teil in die Umwelt. Darunter leidet die Artenvielfalt, das Klima und schadet der Gesundheit.

Nun verglich ein internationales Forscherteam erstmals die Stickstoffverschmutzung und die Ernteerträge von fast allen Ländern weltweit, wie die ETH Zürich mitteilte. Demnach könnten viele Länder ihren Stickstoffeinsatz zurückfahren, ohne dass ihnen die Erträge wegbrechen. Hingegen fällt die Verschmutzung bei höherem Dünger-Einsatz um ein Vielfaches stärker ins Gewicht als die zusätzliche Ausbeute aus Ernten.

Ungleichgewicht auf der Welt

Ausserdem gebe es weltweit ein grosses Ungleichgewicht der Stickstoffressourcen, schreiben die Autoren. Während in vielen Regionen der Welt zu viel Dünger eingesetzt werde, verwendeten Bauern andernorts zu wenig, etwa in südlich der Sahara. Mit nur wenig mehr Stickstoff könnten sie ihre Erträge jedoch steigern.

Um das Ungleichgewicht zu beheben, sollte der Dünger in Ländern, in denen viel Stickstoff eingesetzt wird, teurer werden, in anderen durch hingegen billiger, wie die Forschenden vorschlagen.

Neue Technologien könnten helfen

Ebenfalls könnte der Staat diejenigen Landwirtschaftsbetriebe fördern, die weniger Stickstoff verwenden und ihnen dafür Kompensationen für Ertragseinbussen bezahlen.

Die Forschenden nehmen aber auch die Konsumenten in die Verantwortung: Weniger Lebensmittelabfälle und Fleisch würden dazu beitragen, dass der Stickstoffeintrag in die Umwelt gesenkt werde.

Eine weitere Hoffnung stecken sie in neue Technologien: «Das Stichwort ist Präzisionslandwirtschaft, in der zum Beispiel Dünger gezielt nur wo effektiv nötig ausgebracht wird», schloss der Mitautor und ökonom Robert Finger. Das könne die Effizienz des Einsatzes erhöhen und die Umweltprobleme verringern, ohne dass die Produktion schrumpfe.

The post Trotz viel Stickstoff nur wenig mehr Ertrag appeared first on Schweizer Bauer.

ganzen Artikel lesen ▸

Quelle: schweizerbauer.ch