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Trotz Rabattschlachten wenig Abo-Wechsel

  • Mobiltelefon; Handy – Steve Buissinne

Die er Telekomunternehmen leben stark von Kunden, die zu faul dazu sind, um zum günstigsten Anbieter zu wechseln.

 «Obwohl es seit Jahren sehr günstige Angebote gibt, verzichten viele Konsumenten auf einen Anbieterwechsel», sagt Telekomexperte Ralf Beyeler vom Vergleichsdienst Moneyland in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP.

Anbieter konkurriert sich selbst

Diese Tatsache hat auch der diesjährige Black Friday nicht geändert. Zum Schnäppchentag hatten sich die Telekomkonzerne eine wahre Rabattschlacht um das günstigste Angebot geliefert. Unter unterschiedlichen Markennamen konkurrenzierten sich die Angebote der gleichen Anbieter dabei sogar teilweise selbst.

Ein Beispiel hierfür ist Salt. Die Nummer drei unter den er Anbietern hatte mit dem Angebot «Das Abo» den preisgünstigen Black Friday-Deal am Markt. Der Preis betrug dabei für einen Telefon-Pauschalabo mit 4 Gigabyte Daten im Monat 9,95 Franken, zusätzlich zu einer einmaligen Gebühr von knapp 60 Franken.

Es handelte sich laut einer Analyse von Moneyland-Experte Beyeler um das günstigste Angebot am Schnäppchentag. Konkurrenziert wurde dieses jedoch ausgerechnet durch die neue Salt-Billigmarke GoMo, die diesen Herbst – unabhängig vom Black Friday – als Einführungsaktion zum gleichen Preis eine Flatrate bietet.

Salt mit vielen Günstig-Abos

Salt ist ausserdem – zum Beispiel in Zusammenarbeit mit dem Detailhändler Lidl – noch mit weiteren Günstig-Abos am Markt vertreten. Auch für Beyeler ist klar, dass sich Salt damit bis zu einem gewissen Grade «selbst etwas kannibalisiert». Allerdings dürften viele Kunden gar nicht wissen, welcher Konzern hinter Marken wie «Lidl Connect», «GoMo» oder «Das Abo» stehe.

Und Salt selbst bewerbe die Angebote bewusst nicht auf der eigenen Website, sondern nur über andere Kanäle. Selbiges gilt übrigens gar für die Medienarbeit. Anfragen zur Marke «GoMo» beispielsweise werden über eine eigene E-Mail-Adresse für Journalistinnen und Journalisten beantwortet, nicht von der normalen Salt-Medienstelle.

Eine zu starke Vermischung der Marken in der Wahrnehmung möchte Salt also doch vermeiden. Stellt man bei «GoMo» eine Anfrage zur Thematik, so zeigt sich die Marke bedeckt. Eine Sprecherin sagt lediglich, dass man mit dem Launch von GoMo «sehr zufrieden» sei. «Angaben zu aktuellen Verkaufszahlen möchten wir nicht machen», stellt sie klar.

Keine Überraschung

Für Telekomexperte Beyeler kommt dies eher wenig überraschend. Der Erfolg sei oftmals gar nicht so gross, da die Kunden weniger rational unterwegs seien, als man allgemein denke. Klar bestehe die Möglichkeit, einen Vergleich zu erstellen, um zu schauen, welches Angebot für das persönliche Bedürfnis am günstigsten sei.

Doch sei das meistverkaufte Abo der seit vielen Jahren eines der Swisscom für 80 Franken im Monat. «Obwohl es viel günstigere Angebote gibt, wechseln viele Konsumenten den Anbieter nicht», führt Beyeler aus.

Der Grund dürfte sein, dass es etwa gerade Älteren wichtig sei, «aus Prinzip» Kunde bei der Swisscom zu sein. Einen Wechsel könnten sie sich gar nicht vorstellen, da werde einfach der Preis bezahlt, den der «blaue Riese» verlange. Anders sei es bei jüngeren Menschen, bei denen oftmals das Geld noch knapp sei.

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Quelle: erbauer.ch