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Supergift soll Mäuseplage unter Kontrolle bringen

  • Die Mäuse haben sich massiv vermehrt und machen Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen und Vorräten. – Youtube

Einige Landesteile Australiens, insbesondere der Bundesstaat New South Wales, leiden seit Jahresbeginn unter der schlimmsten Mäuseplage seit Jahrzehnten. Die massenhaft auftretenden Tiere zerstören die und Felder, fressen Kornspeicher leer, beissen Menschen und übertragen dabei auch Krankheiten wie die Leptospirose. 

Eine ähnliche Plage hatte vor knapp 30 Jahren zu Schäden von fast 100 Mio. AUD (69,4 Mio. Fr.) geführt. Die Regierung von New SouthWales hat bereits ein Hilfspaket zur Bekämpfung der Mausinvasion und zur Begleichung von Schäden in Höhe von 50 Mio. AUD (34,7 Mio. Fr.) auf den Weg gebracht.

Gift Bromadialo

«Eine Plage von diesem Ausmass haben wir seit den frühen 80er-Jahren nicht mehr gesehen», erklärte der Landwirtschaftsminister des Bundesstaates, Adam Marshall. Die Hoffnung, dass die kühleren Wintertemperaturen die Zahl der Mäuse eindämmen würden, hätten sich nicht erfüllt.

Marshall kündigte an, als Notfallmassnahme nun die Anwendungsgenehmigung für das bisher verbotene Gift Bromadialon einholen zu wollen. Das sei das «stärkste Mäusegift», das man auf der Welt bekommen könne, so der Minister. Bromadiolon kann in Australien rezeptfrei für den Heimgebrauch gekauft werden. Der Einsatz ist jedoch auf Farmen aufgrund des Risikos für andere Tiere nicht gestattet.

Peta will Mäuse einfangen

Auf völliges Unverständnis angesichts der angespannten Situation traf in der Politik und bei Farmern die Forderung der australischen Tierrechtsgruppe von «Peta», die Mäuse nicht im Namen der «menschlichen Vorherrschaft» zu töten, dies sei Speziesismus. Peta-Sprecherin Aleesha Naxakis äusserte gegenüber der Presse, dass die neugierigen Tiere nur auf der Suche nach Nahrung seien und überleben wollten. Sie schlug vor, die «unschuldigen» Nagetiere nicht zu vergiften, sondern sanft zu fangen, um sie wieder freizulassen.

Der stellvertretende australische Premierminister Michael McCormack nannte Leute, die mit solchen «dummen Ideen» kämen, «die wahre Plage». Sie hätten die Stadt wohl nie verlassen, wollten aber den Bauern vorschreiben, was sie zu tun hätten. «Die einzige gute Maus ist eine tote Maus», betonte McCormack. Der stellvertretende NSW-Ministerpräsident John Barilaro bezeichnete den Peta-Vorschlag als «lächerlich» und eine «Beleidigung» für die betroffenen Farmer und Gemeinden.

Nach Rekord kamen die Mäuse

Von Anfang Januar bis Ende April wurden der Gesundheitsbehörde des Staats New South Wales 23 Fälle von Leptospirose gemeldet. Das ist eine seltene Krankheit, die zu Nierenversagen und Hirnhautentzündung führen kann – und häufig von Mäusen übertragen wird. Im gesamten Jahr 2020 waren es laut australischer Nachrichtenagentur AAP elf Fälle.

Hintergrund der Plage: Nach Jahren der Dürre haben das ländliche New South Wales und Teile von Queensland nach der letzten Regenzeit eine Rekord verzeichnet. Der Zuwachs an und anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen erfreute nicht nur die Farmer, sondern auch die Mäuse.

Zunächst explodierte deren Zahl im Oktober im tropischen Norden, dann breiteten sich die grauen Tiere immer weiter Richtung Süden aus. Der TV-Sender «ABC» sprach von der schlimmsten Plage seit Jahrzehnten. 

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Quelle: schweizerbauer.ch