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Studie liefert Erkenntnisse über Frauen in der Landwirtschaft

Weibliche Lebens- und Arbeitssituation auf deutschen Höfen

Berlin, 22.09.2022 – Heute wird in Berlin die „Studie zur Lebens- und Arbeitssituation von Frauen auf lichen Betrieben“ vorgestellt. Der Deutsche LandFrauenverband (dlv) hat sich lange dafür eingesetzt, die Wissenslücken zur Situation von Frauen im Hinblick auf ihre Arbeit in den Betrieben, ihrer Rolle für die Zukunft ländlicher Räume, aber auch die sozialen Lebensverhältnisse zu schließen. „Auch wenn uns vieles schon lange bekannt ist, es braucht auch Zahlen und Belege um Veränderungen politisch anstoßen zu können. Genau die liegen uns jetzt vor“, bekräftigt dlv-Präsidentin Petra Bentkämper die Relevanz der Studie.

Ein Studienergebnis betrifft die Lebenszufriedenheit. Die befragten Frauen schätzen diese trotz hoher Arbeitsbelastung und fehlender Planungssicherheit insgesamt als sehr hoch ein. Gründe hierfür sind, die eigenen Kinder auf dem Betrieb aufwachsen zu sehen, die ländliche Wohnlage sowie das Arbeiten in der Natur und mit Tieren.

Eine weitere Erkenntnis betrifft die Altersvorsorge der Frauen auf den Höfen. Da die Rente der lichen Rentenkasse (LAK) nur als Teilkassenleistung konzipiert ist, müssen Frauen wie auch Männer ihre Alterssicherung aus mehreren Bausteinen zusammenzustellen. Petra Bentkämper macht auf ein Problem aufmerksam: „Die Alterssicherung wird dann geschlechtsspezifisch, wenn es um Scheidung oder den Tod des Partners geht. Hier ist die Gefahr der weiblichen Altersarmut deutlich höher und noch zu wenige sind über Verträge oder Testamente abgesichert. Über diese Risiken muss offen gesprochen werden.“ Deutlich wurde auch, dass es zwar zahlreiche Beratungsangebote zu Altersvorsorgethemen gibt, diese aber von den Frauen nicht genügend wahrgenommen werden.

Neben weiteren gesundheitlichen Aspekten für Frauen auf Höfen, zeigt die Studie, dass 21,4 Prozent der befragten Frauen als burnoutgefährdet gelten. Zwar wird die subjektive Wahrnehmung der Gesundheit als sehr gut beschrieben, allerdings bergen vielfältige Rollenerwartungen die Gefahr der Überlastung. dlv-Vizepräsidentin Juliane Vees appelliert: „Der psychischen Gesundheit von Landwirtinnen und Frauen auf den Betrieben gilt es mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Das Thema muss gerade auch im Berufsstand raus aus der Tabu-Zone, damit betroffene Frauen sich nicht scheuen, Hilfe von außen zu fordern und anzunehmen.“

Obwohl Frauen auf den Betrieben hohe Verantwortung tragen, sind aktuell nur 11 Prozent der Betriebsleitungen weiblich. Das hängt zumeist mit traditionellen Rollenbildern und -verständnissen zusammen, die dazu führen, dass die Mehrzahl der Familienbetriebe an einen Sohn und nicht eine Tochter übergeben werden. Gleichwohl wird deutlich, dass ein spürbarer Wandel in Richtung mehr Geschlechtergerechtigkeit in der im Gange ist.

Die Studie wurde vom Thünen-Institut für Betriebswirtschaft und dem Lehrstuhl für Soziologie Ländlicher Räume der Universität Göttingen in Kooperation mit dem Deutschen LandFrauenverband durchgeführt. Finanziert wurde sie durch das Bundesministerium für Ernährung und .

Für Bildmaterial und weitere Informationen zur Studie setzen Sie sich gern mit uns in Verbindung: 0152 21095362 (erreichbar am 22.09.2022) oder per E-Mail an presse@landfrauen.info.

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Quelle: Deutscher LandFrauenverband e.V.