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Stickstoff-Feinstaub raubt Millionen Lebensjahre

  • Die Emissionen kann man mindern, wenn man den Kontakt der Gülle mit der Luft gering hält, indem man etwa die Ställe häufig reinigt, Gülle-Lager abdeckt und sie rasch in den Boden einbringt. – Anton Lehmann

Feinstaub aus Stickstoff-Verbindungen hat 2013 weltweit 23,3 Millionen Lebensjahre gekostet, wie ein internationales Forscherteam berechnet hat. Solche vorzeitigen Todesfälle verursachten zudem einen Wohlstandsverlust von 429 Milliarden US-Dollar, berichten die Autoren im Fachmagazin «Science».

Von 1990 bis 2013 ist der Anteil von Feinstaub, der durch Stickstoff verursacht wird, von 30 auf 39 Prozent gestiegen, und die Anzahl der von reaktiven Stickstoff-Verbindungen geraubten Lebensjahre demnach von 19,5 auf 23,3 Millionen. Die beiden stickstoffhaltigen Verbindungsklassen Ammoniak (NH3) und Stickstoffoxide (NOx) sind neben Schwefeldioxid die bedeutendsten Ausgangsstoffe für Feinstaub.

«NH3 kommt vorwiegend aus der Tierhaltung – vor allem Harnstoff im Urin der Tiere zersetzt sich leicht zu Ammoniak», erklärte Mitautor Wilfried Winiwarter vom Internationalen Institut für Angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg bei Wien der APA. Das Gas wird in den Ställen freigesetzt, wenn Gülle gelagert oder auf den Feldern ausgebracht wird, aber auch bei Weidetierhaltung.

Weniger Tiere, weniger Dünger

Die Emissionen kann man mindern, wenn man den Kontakt der Gülle mit der Luft gering hält, indem man etwa die Ställe häufig reinigt, Gülle-Lager abdeckt und sie rasch in den Boden einbringt. «Vermeiden sollte man auf jeden Fall das Ausbringen mittels Prallplatte, was ja ein Verstreuen der Gülle weit in die Luft bedingt», so der Forscher.

Auch Kunstdünger-Verwendung mindert den Ammoniakausstoss der . «Eine verlässlich gute Massnahme ist freilich immer die Minimierung der Mengen bei der Tierhaltung und beim Düngereinsatz», meinte Winiwarter.

Ammoniak-Reduktion kostengünstiger

«Stickstoffoxide entstehen hingegen vor allem bei Verbrennungsprozessen, insbesondere bei hohen Temperaturen», so der Forscher. Die Hauptschuldigen sind demnach Kraftwerke, der Verkehr, die Zementproduktion, und in geringeren Massen Hausbrand sowie Waldbrände. Weil die Verbrennungsgase meist durch einen Schlot oder Auspuff müssen, könne man sie technisch gut aus den Abgasen entfernen.

In der Vergangenheit wurde bereits viel investiert, um NOx-Emissionen zu reduzieren, so Winiwarter: «Massnahmen wie der Drei-Weg-Katalysator sind durchaus aufwendig und mit Kosten verbunden, aber analoge Massnahmen in der fehlen.»

Aus diesem Grund wäre es kostengünstiger und einfacher, die Stickstoff-Emissionen durch eine Reduktion von Ammoniak zu mindern, als durch weitere Minimierung der Stickstoffoxide-Ausstösse. «Aber diese Kosten müssten von jemandem getragen werden – das bedeutet entweder erhöhte Preise von Nahrungsmitteln oder grössere, zielgerichtete Unterstützung durch die öffentliche Hand, wie sie durchaus angedacht, aber noch zu wenig umgesetzt wird», erklärte der Forscher.

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Quelle: schweizerbauer.ch