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So sollen die Insekten gerettet werden

  • Der Einsatz von Kreiselmäher mit Aufbereiter soll laut den Forschern vermieden werden.  – Werkfoto
  • Der Einsatz besonders riskanter Pflanzenschutzmittel, deren Emissionen sowie die behandelte Fläche sollen verringert werden. – BVLT
  • Der Austrag von Dünger soll sinken. Die Forschenden schlagen vor, die Nutztierbestände zu senken. – Markus Wittwer

Mit den bisher in der ergriffenen Massnahmen ist es nicht gelungen, das Schwinden der Insekten aufzuhalten. Biodiversitätsforschenden zufolge müssen die bestehenden Instrumente angepasst und ergänzt werden. Ein Überblick:

HOTSPOTS: Für Insekten wertvolle Lebensräume verschwinden. Besonders in den Berggebieten beschleunigt sich dieser Trend gemäss den Forschenden. Die noch bestehenden Flächen müssten deshalb vor Zerstörung geschützt werden, was vor allem für Insektenhotspots ausserhalb von Schutzgebieten wichtig sei. Zudem brauche es eine Identifizierung der noch nicht bekannten Hotspots, um diese gezielt schützen zu können.

LEBENSRÄUME: Die Erhaltung der Biodiversität soll auf mindestens einem Drittel der Landesfläche Priorität haben. Die Lebensräume sollen ausreichend gross und von guter Qualität sein sowie eine geeignete Verteilung und Vernetzung aufweisen.

BEWIRTSCHAFTUNG: Werden Bewirtschaftungs-und Erntetechniken wie Kreisel- und Fadenmäher, Silage, Laubbläser und Steinfräsen vermieden, fallen die Verluste bei Insekten geringer aus. Insekten profitieren unter anderem von gestaffelten Schnittzeitpunkten, arten- und blütenreichen Säumen, einer extensiven Bewirtschaftung und Totholz in den Wäldern.

ARTENFÖRDERUNG: Für diejenigen Insekten, für welche Schutzgebiete, eine Aufwertung der Lebensräume und eine insektenfreundlichere Bewirtschaftung nicht ausreichen und die gefährdet sind, braucht es gezielte Förderungsmassnahmen.

PFLANZENSCHUTZMITTEL: Der Einsatz besonders riskanter Pflanzenschutzmittel, deren Emissionen sowie die behandelte Fläche sollen verringert werden. Mittelfristig gelte es, dass die möglichst unabhängig von Pflanzenschutzmitteln produziere. Im Siedlungsraum solle gänzlich auf Pestizide verzichtet werden, so die Forschenden.

STICKSTOFF UND PHOSPHOR: Tiefere Nutztierbestände seien der Schlüssel für geringere Stickstoffeinträge. Phosphor gelangt insbesondere durch Düngung in Böden und Gewässer. Um die Emissionen einzudämmen, sollte die liche Produktionsintensität an die betriebseigene Produktionskapazität und die ökologische Tragfähigkeit des Standortes angepasst werden.

KLIMAWANDEL: Der Klimawandel gilt als die weltweit drittwichtigste Ursache des Rückgangs der Biodiversität. Einige Insektenarten profitieren zwar von der Erwärmung, Spezialisten leiden jedoch – etwa weil Gewässer austrocknen, ihre Konkurrenz Überhand gewinnt oder Nahrung knapper wird.

LICHTVERSCHMUTZUNG: Nachtaktiven Insekten machen künstliche Lichtquellen zu schaffen. Vermindert werden kann dieser negative Effekt durch Dunkelflächen, temporäre Abschaltung nicht benötigen Lichts, gezielte Abschirmung von Lichtquellen und eine systematische Einführung von LED-Lampen.

MONITORING: Bisher fehlen gemäss den Forschenden systematische, grossräumige und langfristige Untersuchungen zu verschiedenen Insektenarten und -gruppen sowie die Erfassung der Insekten-Biomasse. Bestehende Monitoringprogramme sollten daher fortgesetzt und verstärkt werden.

FORSCHUNG: Die Insektenwelt sei nach wie vor nur unzureichend untersucht. Die Forschung sollte daher intensiviert werden.

WISSEN: Oftmals würden Insekten und ihre Lebensräume aufgrund von Ordnungseifer, fehlendem Interesse oder Unwissenheit beeinträchtigt und zerstört. Das Wissen um die Insektenwelt sollte deshalb in den Mittelschulen, Berufs- und Fachhochschulen gefördert sowie in Aus- und Weiterbildungen gestärkt werden. Zudem müssten in Berufen wie , Gartenbau, Siedlungsbau und Immobilienentwicklung tätige Personen sensibilisiert werden, um insektenfreundliche Bewirtschaftungsmethoden umsetzen zu können.

NEUE VISIONEN: Dem Weltbiodiversitätsrat (IPBES) zufolge braucht es einen tiefgreifenden Wandel von Wirtschaft und Gesellschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit und weniger Ressourcenverbrauch. Biodiversität müsse in die Erarbeitung und Überprüfung von Gesetzen und Programmen in allen Politikbereichen einfliessen, biodiversitätsschädigendes Verhalten solle kosten und ebensolche Subventionen abgeschafft werden, so die Forschenden.

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Quelle: erbauer.ch