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Räumung von Munitionslager ist heikel 

  • Rund 3500 Tonnen Munition blieben tief im Berginnern verschüttet, darunter Fliegerbomben, Minen, Artilleriemunition, Handgranaten und Treibladungspulver. – Bund

Eine Reihe schwerer Explosionen erschütterte am 19. und 20. Dezember 1947 das Dorf Mitholz BE im Kandertal. Das Munitionsdepot der Armee, 1941 während des Krieges in den Felsen eingelassen, war explodiert – vermutlich wegen chemisch bedingter Selbstzündungen.

Neun Personen kamen ums Leben, das Dorf Mitholz wurde schwer verwüstet. Über 200 Menschen verloren ihr Zuhause.

Risiken nicht zumutbar

Ein Teil der rund 7000 Tonnen Munition im Depot wurde zerstört, ein weiterer Teil konnte abtransportiert werden. Doch rund 3500 Tonnen Munition blieben tief im Berginnern verschüttet, darunter Fliegerbomben, Minen, Artilleriemunition, Handgranaten und Treibladungspulver.

Lange Zeit ging die Armee davon aus, dass die Munition keine Gefahr mehr darstellt. Erst 2018 kamen die Experten zu einem anderen Schluss: Die Risiken seien für die Bevölkerung nicht zumutbar. Auch die Bewohner forderten nun eine vollständige Räumung des Lagers.

Zahlreiche Unbekannte

Diese Aufgabe ist mit zahlreichen Unbekannten verbunden. Nie zuvor wurde in der ein Munitionslager dieser Grösse unter so schwierigen Bedingungen geräumt.

Eine vergleichsweise einfache Aufgabe ist der Bau einer Notumfahrung, damit der Zugang zu Kandersteg jederzeit sichergestellt ist. Die Felssicherung ist ebenfalls möglich, indem etwa lose Felsbrocken entfernt oder mit Netzen gesichert werden.

Grosse Herausforderung

Eine weit grössere Herausforderung ist unter anderem die Felsformation «Dreispitz». Sie stellt aufgrund ihrer geologischen Instabilität ein Risiko dar und soll schichtweise abgetragen werden. Offene Fragen gibt es viele: Wo genau liegt wie viel Munition? In welchem Zustand befindet sie sich? Ist sie gestapelt, oder liegt sie lose in der Anlage?

Ist die Munition einmal im Freien, stellt sich die Frage: Was jetzt? Jeder Munitionstyp muss auf seine Stoffe untersucht und fachgerecht entsorgt werden. Der Transport von unsicherer Munition und Sprengstoffen wird eine weitere Herausforderung sein.

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Quelle: erbauer.ch