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Prostatakrebs als Berufskrankheit der Landwirte anerkannt

  • Prostatakrebs wurde als mögliche Berufskrankheit für Bauern anerkannt.  – Pixapay

 In Frankreich ist jetzt Prostatakrebs als mögliche Berufskrankheit für Landwirte und liche Arbeitnehmer anerkannt worden. Das geht aus einem kurz vor dem Jahreswechsel veröffentlichten Dekret hervor. Damit dürften nach Einschätzung des Pariser sministeriums die Unterstützungsmöglichkeiten für betroffene liche Arbeitnehmer ergänzt und erleichtert werden.

Die Aufnahme von Prostatakrebs in die Berufskrankheitstabelle ermögliche die Entschädigung ehemaliger licher Arbeitnehmer, die während ihrer Berufstätigkeit dem Insektizidwirkstoff Chlordecon ausgesetzt gewesen seien, erklärte das Agrarressort.

Laut seinen Angaben war diese Entscheidung insbesondere auf den Französischen Antillen erwartet worden. Dort war Chlordecon zur Bekämpfung des Rüsselkäfers im Bananenanbau genutzt worden. Das Nationale Institut für Gesundheit und Medizinforschung (INSERM) hatte in einem im vergangenen Juni veröffentlichten Bericht den Zusammenhang zwischen dem Kontakt mit Chlordecon und Prostatakrebs bestätigt.

Im Festland Frankreich war der Wirkstoff 1990 verboten worden. Auf den Antillen war dieser aber aufgrund einer Ausnahmeregelung noch bis 1993 in den Bananenplantagen eingesetzt worden. Betroffene Personen können sich dem Ministerium zufolge ab sofort an ihre Sozialversicherungskasse wenden und einen Antrag auf Entschädigung zu stellen.

Das Agrarressort kündigte zudem an, den Umfang der Entschädigung für Opfer, die berufsbedingt Pflanzenschutzmitteln ausgesetzt gewesen waren, durch eine Überarbeitung der Liste anerkannter Krankheiten ausbauen zu wollen. Im Fokus stünden dabei die Parkinson-Krankheit und Non-Hodgkin-Lymphone.

Parallel dazu solle der Fonds zur Entschädigung von gesundheitlichen Schäden durch Pflanzenschutzmittel (FIVP) aufgestockt werden. Der französische Bauernverband (FNSEA) begrüsste die Aufnahme von Prostatakrebs in die Liste der Berufskrankheiten als einen „echten Fortschritt“. Der Verband wies darauf hin, dass er dies im Rahmen der Kommission für Berufskrankheiten in der (Cosmap) unterstützt habe.

Kritik übte der FNSEA daran, dass die Landwirte die Entschädigung für Erkrankte praktisch allein finanzierten. Obwohl er das Inverkehrbringen der betroffenen Mittel genehmigt habe, beteilige sich der Staat sich nicht daran.  

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Quelle: erbauer.ch