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Preiskrieg bei Lieferverhandlungen hält an

  • Verbände der Agrar- und Ernährungswirtschaft kritisieren den Verlauf der jährlichen Verhandlungsrunden. – Clker-Free-Vector-Images

In Frankreich lässt der Kulturwandel bei den jährlichen Lieferverhandlungen der Agrar-und Ernährungswirtschaft mit dem Detailhandel offenbar weiter auf sich warten.

Mehrere Branchenverbände kritisierten Mitte Februar anlässlich der jüngsten Sitzung des Ausschusses zur Überwachung der Handelsbeziehungen einen anhaltenden «Preiskrieg», der für alle Zulieferer der grossen
Handelsketten «immer noch die Regel» sei.

Bedrohung für Ernährungssouveränität

Es handele sich um eine direkte Bedrohung für Frankreichs Ernährungssouveränität, warnten die Dachverbände der Ernährungsindustrie (ANIA) und der Agrargenossenschaften (La Coopération Agricole) sowie der Unternehmerverband (FEEF) und die im Institut zur Erforschung und Vermarktung von Konsumgütern (Ilec) organisierten Markenhersteller.

Unternehmen aller Grössen seien mit steigenden Preisen für Rohstoffe, Verpackungen und Logistik konfrontiert. Diese Entwicklung werde nicht ausreichend berücksichtigt, obwohl sie eigentlich der Ausgangspunkt der Verhandlungen sein müsse.

Preissenkungen bei Bauern

Der französische Bauernverband (FNSEA) und die Jungorganisation (JA) erinnerten an die Runden Tische zur Agrar- und Ernährungswirtschaft. Alle Akteure der Wertschöpfungskette hätten sich verpflichtet, die Produktionskosten zu berücksichtigen. Stattdessen würden den Produzenten in zu vielen Sektoren immer weitere Preissenkungen aufgezwungen und zugleich Vorgaben bezüglich der Produktion gemacht.

Es sei nun an der Zeit, die eingegangenen Verpflichtungen auch einzuhalten, so FNSEA und JA. Zudem müsse der Staat entschiedene Massnahmen ergreifen und bei Verstössen eine Null-Toleranz-Politik fahren.

Regierung will Kontrollen verstärken

Die Regierung erklärte indes, mehr Kontrollen und der Dialog zwischen den Akteuren hätten den Anstieg der Produktionskosten verstärkt ins Bewusstsein der Beteiligten gerückt. Da dies jedoch noch nicht in der Breite geschehen sei, müsse der Handel seine Bemühungen in der verbleibenden Zeit ausweiten. Die diesbezüglichen Kontrollen der Generaldirektion für Wettbewerb, Verbraucherfragen und Nahrungsmittelkontrolle (DGCCRF) will die Regierung erneut verstärken.

Gute Geschäfte bei Carrefour

Der kleinere Landwirtschaftsverband Coordination Rurale (CR) boykottierte die jüngste Sitzung des Ausschusses zur Überwachung der Handelsbeziehungen. Die Regierung ignoriere die Bedeutung des internationalen Handels bei der Gestaltung von auskömmlichen Erzeugerpreisen und verlasse sich ausschliesslich auf die heimischen Handelsbeziehungen, hiess es zur Begründung.

Kostendeckende seien unvereinbar mit der Logik von Freihandelsabkommen und dem «europäischen Dogma des freien und unverfälschten Wettbewerbs».

Detailhändler Carrefour legte unterdessen Geschäftszahlen für 2020 vor. Demnach belief sich der Umsatz im vergangenen Jahr auf rund 78,61 Mrd. Euro (84,7 Mrd. Fr.). Das entsprach einer organischen Zunahme um 7,8%. Das Betriebsergebnis konnte Carrefour um 615 Mio. Euro auf 1,69 Mrd. Euro (1,84 Mrd. Fr.) steigern.
In Frankreich waren alle Sparten auf Wachstumskurs des Konzerns. Das organische Umsatzplus wurde mit 3,6 % beziffert; die Supermärkte erzielten sogar einen Zuwachs von 6,8%.

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Quelle: schweizerbauer.ch