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Militärpferde: Ich kaufe Haydo zurück

  • Tanya Widmer

Mit dem eigenen Freibergerpferd als Trainsoldatin in der Schweizer Armee: Anja Tschannen erzählt im Trainblog von ihren Erlebnissen während der Sommer-Rekrutenschule 2020. Wenn sie nicht gerade mit dem Trainpferd über Stock und Stein stampft, ist sie als Redaktorin beim «Schweizer Bauer» und als Landwirtin tätig. In diesem Teil geht es um den Verkauf der Trainpferde.

Drei Wochen dauert der Angewöhnungs-WK für die neuen Trainpferde. Dann werden sie an die Rekruten der Winterrekrutenschule übergeben bevor die Trainpferde wieder verkauft werden. Ja richtig gelesen.  Kaum ausgebildet, werden sie von der Armee auch schon wieder verkauft. Aber nicht einfach an irgend wenn. 

Die Armee selbst ist nur während der «kurzen» Dauer vom Ankauf im November bis zum Verkauf Anfang März im Besitz von eigenen Freibergerpferden und Maultieren.  Danach werden die Trainbundestiere  unter bestimmten Voraussetzungen verkauft. Eines vorweg, nur wer Angehöriger der Armee  und beim Train eingeteilt ist, oder ein offizieller Pferdeliferant der Schweizer Armee,  kann ein Armeepferd «ersteigern».

  • Der Tag des Pferdeverkaufs ist angerückt. – Tanya Widmer
  • Bald geht es los. – Tanya Widmer
  • Hydo wird vorgeführt. – Tanya Widmer
  • Ich beobachte mein Pferd. – Tanya Widmer
  • Wer ein Pferd gekauft hat,  gibt sofort seine Unterschrift ab. – Tanya Widmer
  • Die Pferde werden einzeln präsentiert. – Tanya Widmer

Die Rekruten der Winterschule können während den paar Wochen in denen sie mit den Tieren arbeiten, ihr Interesse bekunden und sich «ihr» Pferd aussuchen.  An einem Infonachmittag werden die Rekruten über ihre künftigen Pflichten als Armeepferde-Besitzer aufgeklärt.

Ich nehme auch Teil und lasse mich informieren. Das Wichtigste: Es besteht eine sechsjährige Haltepflicht, das Pferd darf in diesen sechs Jahren nicht weiter verkauft werden oder falls es eine Stute ist, während diesen sechs Jahren nicht gedeckt werden.  Beim Einrücken der Pferde müssen alle Impfungen korrekt sein, die Idendifikationsnummer in die Hornwand der Hufe gebrannt sein und der Beschlag in Ordnung sein. 

Nachdrücklich wird allen Interessierten gesagt, dass der Kauf eines Pferdes das Billigste ist. Die monatlichen Kosten für Unterkunft, Futter, evt, Tierarzt und Hufschmied summieren sich während der Jahre, zudem muss man Zeit für Pflege und Training der Tiere aufwenden. Ein Kauf eines Tieres muss daher immer gut überlegt sein -egal ob Armeepferd oder privates Haustier.

  • Links unter dem Zelt die interessierten Pferdelieferanten, rechts die interessierten Rekruten und meine Wenigkeit. – Tanya Widmer
  • Auf dem Weg um die Unterschrift zu setzten. – Tanya Widmer
  • Haydo an der Präsentation. – Tanya Widmer
  • Ich übernehme mein Pferd. Halfter haben wir bereits getauscht. – Tanya Widmer
  • Alles ist genau so verlaufen, wie geplant, ein wichtiger Schritt  geschafft.  – Tanya Widmer
  • Haydo wird verladen. – Tanya Widmer

Dann ist es soweit. Der Tag des Ankaufes ist da. Ich reihe mich neben den Interessierten Rekruten in Uniform ein. Die Pferde werden vorgeführt. Sie werden zum Ankaufpeis vom November verkauft. Ich muss für Haydo also nicht mehr «zahlen» als ich theoretisch im November bekommen hätte. 

Eine Unterschrift später, laufe ich mit dem Pferdepass und privatem Halfter zu Haydo. Es hat immer etwas symbolisches, wenn die Pferde übergeben werden, dann wir nämlich immer das Halfter gewechselt. Sie kommen und gehen mit dem privaten Halfter, nur während der «Dienstzeit» tragen sie das Militärhalfter, ein bisschen so wie bei der Uniform für Menschen.

Privathalfter und Uniform

Mit Privathalfter führe ich Haydo in den Transporter. Für uns geht es nach Hause. Wir absolvieren die Rekrutenschule erst im Sommer und rücken dann in den Dienst ein. Wenn man mit einem eigen gestellten Pferd den Dienst absolviert, dann bilden Pferd und Mensch ein Binom.

Sprich Haydo wird nie ohne mich für einen Dienst aufgeboten oder kann ohne mich «eingezogen» werden. Ich arbeite während der Dienstzeit mit ihm.

Pferdelieferant kann man nicht einfach so werden

Die Tiere, welche nicht von einem Angehörigen der Armee gekauft werden, gehen an die offiziellen Pferdelieferanten. Das sind private Pferdehalter, welche mit der Armee einen Vertrag haben und die Pferde für Diensteinsätze zur Verfügung stellen.

Pferdelieferant kann man nicht einfach so werden.  Die Kontingente werden innerhalb der Familien weiter gegeben. Früher, als die Armee noch Tausende Pferde hatte, war Pferdelieferant ein richtiger Beruf. Heute gibt es noch knapp ein Duzend Lieferanten, welche sich unter einander organisieren und vorgängig abmachen, wer, wann, welche und wie viele Pferde  steigert. 

Ab nach Hause.
Tanya Widmer

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Quelle: schweizerbauer.ch