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«Merlot und Cornalin haben gelitten»

  • Joël Bayard ist Geschäftsführer der Cave du Chevalier Bayard SA in Varen VS. – zvg

Winzer haben mit dem Falschen Mehltau und dem Frost im Frühling zu kämpfen. So auch Joël Bayard aus Varen VS, der Geschäftsführer der Cave du Chevalier Bayard SA ist, wo jährlich 50000 Liter Wein hergestellt wird.

Die diesjährige Witterung machte dem Weinbau zu schaffen. Wie sieht das auf Ihrem Weingut aus?

Das bekamen auch wir zu spüren. Allerdings ist es sehr abhängig von der Sorte. Es gibt Sorten, da läuft es gut, dann gibt es Sorten, da haben wir einen Totalausfall. Vor allem den Merlot hat es stark getroffen und das in der ganzen Region. Grund war der Falsche Mehltau. Die Sorte Cornalin hingegen litt unter dem Frost. Cornalin spriesst sehr früh. Doch dann kamen noch einmal ein paar sehr kalte Nächte, und die Blüten erfroren.

Werden wir also keinen Merlot und Cornalin mit Jahrgang 2021 vorfinden?

Wie ich höre, scheinen viele Weinbaue Schäden bei diesen Sorten zu haben. Beim Merlot sagten mir Winzerkollegen, dass es gar keinen Wein gebe dieses Jahr.

Wieso ist der Falsche Mehltau dieses Jahr ein so grosses Problem?

Das Problem ist die feuchte Witterung. Fast jeden Tag hat es geregnet. Zudem wurde es nicht sehr heiss. Beim Pflanzenschutz arbeiten wir mit sogenannten Kontaktspritzmitteln, welche nur wirken, wenn sie auf den Pflanzen sind. Wenn es dann die ganze Zeit regnet, haften sie schlecht auf den Trauben und werden dauernd weggewaschen. Dadurch mussten wir viel häufiger spritzen. Normalerweise spritzen wir fünf bis sechs Mal gegen den Echten und den Falschen Mehltau. In diesem Jahr stieg diese Zahl auf elf Behandlungen.

Was sind die Lehren aus diesem Jahr? Bieten sich auch Chancen?

Normalerweise ist der Falsche Mehltau im Wallis kein so grosses Problem. Jetzt sahen wir aber, welche Sorten anfälliger dafür sind. Andererseits ln wir in Bezug auf die Behandlungsmethoden. Im Wallis wird mit Drohnen, Helikopter oder von Hand gespritzt. Die von Hand behandelten Reben kamen am besten davon. Da sind wir sicher ein bisschen präziser, und wahrscheinlich kam da genug Pflanzenschutzmittel an die Triebe und Blätter, was diese schützte.

Rechnen Sie nach dem schlechten Wetter mit einer späteren ?

Das kommt darauf an, wie warm es jetzt noch wird und wie schnell der Reifungsprozess vorangeht. Wir rechnen mit dem start Ende September. Also einige Wochen später als in anderen Jahren.

Beenden Sie die Sätze: Wein ist für mich …

… Geselligkeit.

Die Zukunft im Weinbau ist …

… naturnah. Deshalb stellen wir seit fünf Jahren grösstenteils Bioweine her.

Zur Person

Joël Bayard ist Geschäftsführer der Cave du Chevalier Bayard SA in Varen VS. Beim 33-Jährigen sind drei Mitarbeiter im Verkauf und in der Produktion und vier Mitarbeiter rund ums Jahr in den Reben angestellt. Dazu kommen zehn Angestellte während der saison. Chevalier Bayard produziert jährlich 50000 Liter Rot- und Weisswein. rup

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Quelle: schweizerbauer.ch