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Kaum Getreide braucht gute Weide

  • Die Vollweide auf Bio-Betriebe ist anspruchsvoll, das Weidemanagement muss passen. – UFA

Auf Biobetrieben ist das Kraftfutter beschränkt. In Kombination mit Vollweide wird es auf die Startphase konzentriert. Gutes Gras brauchts für alle Kühe.

Die Vollweide hat bei gut arrondierten Weideflächen und entsprechender Rasse mit tieferem MiIchleistungspotenzial ihre Berechtigung. Dieses System passt zudem zur biologischen Milchproduktion und wir oft kombiniert. Für eine effiziente und wirtschaftliche Milchproduktion aus der Vollweide ist das optimale Weidemanagement von zentraler Bedeutung. Ein sehr früher Weideaustrieb im Frühling, kein überständiges Gras und wenig Geilstellen sind nur ein paar Punkte, die beachtet werden müssen. Ziel des Weidemanagements soll immer eine dichte, trittfeste Grasnarbe sein, welche den Kühen eine maximale Futteraufnahme gewährleistet. Zudem bewirkt eine dichte Grasnarbe, dass auch bei feuchten Wetterbedingungen nur wenig Trittschäden entstehen.

Gras im Frühling und Frühsommer unterschiedet sich von Herbstgras. Letzteres hat einen höheren Proteingehalt. Wird keine Energieausgleich gemacht, steigt die Harnstoffausscheidung via Milch und Urin, was etwa die Leber belastet und die Fruchtbarkeit negativ beeinflusst.

Mineralstoff ergänzen

Besonders wichtig ist bei der Vollweide eine ausreichende Mineralstoffversorgung. Ist der Bestand gräserreich, so bieten sich ausgewogene Mineralstoffe mit einem Kalzium-Phosphor-Verhältnis von 2:1 an. Bei Weiden die leguminosenreich sind, gilt es der Phosphorversorgung zu achten. Hier sind Mineralstoffe mit einem Ca-P-Verhältnis von 1:1 besser geeignet, da Leguminosen oft kalziumreicher sind als Gräser. Weiter ist die Magnesiumversorgung im Frühling und Herbst sicherzustellen, da die Kühe keine körpereigenen Magnesiumreserven haben. Unabhängig von Leistungsniveau äussern sich Mängel bei den Mineralstoffen in verringerter Leistung, reduzierter Fruchtbarkeit und Klauenproblemen. Die Klauengesundheit ist bei Vollweidebetrieben jedoch zentral. Laufen die Kühe auf schlechten Klauen, sinkt die Bewegungsaktivität und somit auch der Verzehr.

Kraftfutter planen

Mit der Reduktion des Kraftfuttereinsatzes auf Biobetrieben ab 2022 von 10 auf 5 Prozent muss sich auch der Vollweidebetrieb überlegen, wie er seine Kühe bedarfsgerecht füttern will, damit die Grundfuttereffizienz sowie die Leistung der Kühe auf dem optimalen Niveau sind. Bei einer durchschnittlichen Leistung von 6500 Kilo Milch und einem Trockensubstanzverzehr von 16,5 Kilo kann man ab 2022 laut Bio-Suisse-Berechnung noch 301 Kilo Kraftfutter pro Kuh und Jahr oder 825 Gramm pro Kuh und Tag einsetzten. Bei diesen Einsatzmengen ist es unerlässlich, Schwerpunkte während der Startphase zu setzen. Es ist empfehlenswert, die Energieversorgung bei diesen Kühen über die Ergänzungsfütterung sicherzustellen. Ein Startphasenfutter mit einer hohen Nährstoffdichte ist dazu besonders sinnvoll, da die Einsatzmenge tiefer ist. Weiter ist die Energieergänzung im Herbst ein Punkt, welchem Beachtung geschenkt werden muss. So kann das vorhandene Protein im Herbstgras effizient genutzt werden, ohne dass der Stoffwechsel belastet wird.

*Der Autor ist Ressortleiter Rindvieh im UFA-Beratungsdienst Oberbüren SG.

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Quelle: schweizerbauer.ch