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Historischer Tiefststand: Logiernächte brechen ein 

  • Konkret haben die Übernachtungen in er Hotels vergangenes Jahr im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent abgenommen. – Walter Schärer
  • Am wenigsten stark gingen die Hotelübernachtungen in Graubünden (-9,2%) und im Tessin (-16,3%) zurück.  – Viola

Wegen den Einreiserestriktionen aufgrund der Coronapandemie brachen im vergangenen Jahr die Gästezahlen aus dem Ausland ein. So verzeichneten die er Hoteliers zwei Drittel weniger Gäste aus anderen Ländern. Und auch die Logiernächte von ern gingen trotz Rekordzahlen im Sommer zurück. 

Die Hotellerie wurde praktisch somit auf einen Schlag auf das Niveau der Fünfzigerjahre zurückkatapultiert.

Im April -95 Prozent

Konkret haben die Übernachtungen in er Hotels vergangenes Jahr im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent abgenommen. Damit haben die Logiernächte einen historischen Tiefststand erreicht, wie das Bundesamt für Statistik am Freitag mitteilte.

Grund für den Rückgang war die Coronapandemie: Wegen den Einreiserestriktionen blieben vor allem die Gäste aus dem Ausland aus. Die Hotelübernachtungen von ausländischen Gästen sank um zwei Drittel auf nur noch 7,3 Millionen Logiernächte. Alleine im April, als der erste Lockdown gerade voll im Gange war, betrug der Rückgang sogar über 95 Prozent. Am schwächsten war der Rückgang mit einem Minus von 60,9 Prozent dann im August.

«2020 war für den er Tourismus ein Jahr zum vergessen», kommentierte der Chef von Tourismus, Martin Nydegger, am Freitag an einer gemeinsamen Medienkonferenz von Tourismus, Hotelleriesuisse und dem Bundesamt für Statistik diese Zahlen.

er reisten in der Heimat

Mit einem Rückgang von 8,6 Prozent fiel der Einbruch bei den er Gästen allerdings weniger drastisch aus. In Zahlen ausgedrückt gingen die Übernachtungen von Inlandreisenden um nur 1,5 Millionen zurück. Von Juli bis Oktober verzeichneten die Hotels sogar eine rekordhohe Nachfrage von hiesigen Gästen.

Denn viele er blieben wegen der unsicheren Situation und den vielen Reisebeschränkungen in der Heimat, anstatt ins Ausland zu fahren. Im Juli, August und September kletterte die Zahl der Logiernächte laut dem BfS sogar über den symbolischen Wert von 2 Millionen.

Romands entdeckten Deutsch

Dass die er so viele Hotelübernachtungen im eigenen Land gebucht haben, dazu haben laut Nydegger auch die grossen Marketingbemühungen von Tourismus beigetragen. So habe man beispielsweise Gäste aus der Romandie für Ferien in der Deutsch begeistern können und umgekehrt. «Wir haben vor allem auf Information gesetzt und damit auch inländische Gäste erreicht, die die als Ferienland noch nicht so gut kennen», sagte er. Und auch der Herbst, der sonst bei Inlandreisenden wenig populär sei, sei bei den Gästen als Ferienzeit beliebt gewesen.

Wegen der Wiedereinführung der Schutzmassnahmen rutschte die inländische Nachfrage im November (-29,1%) und Dezember (-17,2%) allerdings wieder tief ins Minus, wie das BfS schreibt. Unter dem Strich resultierte deshalb über das gesamte Jahr gesehen auch bei den inländischen Gästen ein Rückgang.

Städte mit grösstem Einbruch

Stark von den ausbleibenden Touristen aus dem Ausland betroffen waren vor allem die Hotels in den Städten. In Genf und Zürich gingen die Logiernächte um rund zwei Drittel zurück, in Basel um deutlich über die Hälfte. Laut Andreas Züllig vom Verband Hotelleriesuisse haben die Stadthotels insgesamt rund zwei Drittel ihres Umsatzes eingebüsst.

Auf dem Land verloren sie mit knapp einem Viertel ihrer Einnahmen deutlich weniger Umsatz. «Aber es gibt auch viele ländlichere Ferienregionen, wie beispielsweise Zermatt, die stark von ausländischen Gästen abhängen», sagte er. Diese hätten natürlich stärker gelitten als andere ländliche Regionen.

Am wenigsten stark gingen die Hotelübernachtungen in Graubünden (-9,2%) und im Tessin (-16,3%) zurück. In diesen beiden Kantonen nahm die Nachfrage aus dem Inland deutlich um 12,2 beziehungsweise 9,7 Prozent zu. Auch die Kantone Bern und Wallis verzeichneten eine Zunahme der Inlandnachfrage.

Im Spätsommer wieder asiatische Touristen

Laut Martin Nydegger von Tourismus wird auch das aktuelle Jahr sehr schwierig für die Tourismusbranche. Gerade im Hinblick auf die Skiferien sei trotz traumhafter Schnee- und Wetterverhältnisse noch vieles im Argen: «Die Leute wollen ihre Wurst nicht im Schnee essen, sondern am Tisch», sagte Nydegger. Dass die Restaurants in den Skigebieten noch geschlossen seien, sei für die Skigebiete ein Problem, man rechne weiterhin mit Rückgängen.

Sofern sich die Pandemiesituation aber positiv entwickle, rechne man im Frühsommer wieder vermehrt mit Touristen aus den umliegenden Ländern. Im Hochsommer oder Herbst dürften nach der Einschätzung des Chefs von Tourismus auch wieder Gäste aus Asien und anderen weiter entfn Regionen die besuchen. Voraussetzung sei aber auch, dass die «Rahmenbedingungen stimmen», so Nydegger: «Wir unterstützen alles, was in Richtung Gesundheitsnachweis oder Impfnachweis geht», sagte Nydegger.

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Quelle: erbauer.ch