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Hakle-Werk soll verkauft werden

  • Hakle produziert sein WC-Papier in Zukunft im Ausland. – pixabay

Hakle will ihr «er»-WC-Papier künftig in Frankreich oder Italien produzieren. Die Stellen der 256 Mitarbeitenden im Werk Niederbipp BE könnten in Gefahr sein.

Das Hakle-Werk des amerikanischen WC-Papier-Herstellers Kimberly-Clark im bernischen Niederbipp BE soll verkauft werden. Laut Medienberichten verhandelt das Unternehmen aktuell mit potenziellen Käufern. Die Gewerkschaft der er Papierindustrie (SPV) sorgt sich um die Mitarbeitenden.

Amerikaner halten nicht zu Standort

Der amerikanische WC-Papier-Riese Kimberly-Clark will das bekannte er WC-Papier der Marke Hakle künftig nicht mehr in der produzieren. Aus diesem Grund soll das Hakle-Werk in Niederbipp veräussert werden, wie einem Bericht der «Solothurner Zeitung» vom Dienstag zu entnehmen ist. Die Mitarbeitenden seien am vergangenen Donnerstag über die Verkaufspläne informiert worden, heisst es.

Der Präsident der Gewerkschaft der er Papierindustrie (SPV), Beat Krügel, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AWP, dass Kimberly-Clark für den Standort in Niederbipp einen Käufer sucht. Das Unternehmen hat auf Anfragen der AWP bisher nicht reagiert.

Künftig werde Kimberly-Clark das Hakle-WC-Papier in Italien oder Frankreich produzieren. Gemäss Krügel arbeiten am Standort in Niederbipp derzeit 256 Mitarbeitende. Ihre Stellen könnten in Gefahr sein, sollte das Unternehmen keinen geeigneten Käufer finden, sagte Krügel unter Berufung auf Mitarbeitende. Demnach könnte das Werk ungefähr Ende April geschlossen werden, wenn es nicht verkauft werden kann. Woher die Mitarbeitenden diese Informationen hätten, sei allerdings nicht bekannt, so Krügel.

Die Mitarbeitenden von Kimberly-Clark verfügten zwar über einen Generalarbeitsvertrag, der im Falle von Entlassungen einen Sozialplan vorsehe. Dennoch macht sich der Gewerkschaftschef grosse Sorgen um die Angestellten des Hakle-Werks. «Es ist der denkbar ungünstigste Zeitpunkt, um eine Firma zu verkaufen», sagte er. Für die Angestellten hoffe er darauf, dass ein Käufer gefunden werde. Am Ende hänge es aber vom Verkaufspreis ab, den Kimberly-Clark erzielen will, so Krügel.

2020 teils doppelte Menge hergestellt

Der Gewerkschafts-Präsident nennt vor allem die Produktionspreise in der als möglichen Grund, warum sich Kimberly-Clark aus der zurückziehen dürfte: Die Herstellung von Papier in Italien samt Transport in die sei immer noch günstiger, als in der zu produzieren, gab er an.

Mit einem schlechten Geschäft dürfte der Verkauf hingegen weniger zu tun haben: Wegen der erhöhten Nachfrage nach WC-Papier während der Coronakrise produzierte das Werk in Niederbipp teilweise doppelt so viele Rollen wie sonst, wie der Länderchef Österreich und von Kimberly-Clark, Hugo ter Braak, im April gegenüber der «Neuen Zürcher Zeitung» gesagt hatte.

Im dritten Quartal 2020 steigerte der US-Konzern, der in 34 Ländern tätig ist, seinen Nettoumsatz im Vorjahresvergleich um 1 Prozent auf 4,7 Milliarden Dollar. Aus diesem Grund hob Kimberly-Clark den Ausblick für das Jahreswachstum auf 5 Prozent von 4 bis 5 Prozent an.

Kimberly-Clark beschäftigt weltweit 40›000 Mitarbeitende und setzte vergangenes Jahr 18,5 Milliarden US-Dollar um. Zu den Produkten des Konzerns gehören nebst WC-Papier beispielsweise auch Feuchttücher, Windeln, Hygienebinden und Handtücher aus Papier, darunter etwa die Windelmarke Huggies, die Feuchttüchermarke Cottonelle oder die Papiertüchermarke Kleenex.

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Quelle: erbauer.ch