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EU: Unterstützung für Obst- und Gemüsebauern

  • Die EU-Kommission beschliesst weitere Unterstützung für den Wein-, Obst- und Gemüsesektor – Jonas Ingold

Die EU-Kommission unterstützt den europäischen Weinsektor sowie Obst- und Gemüseproduzenten weiter. Entsprechende Massnahmen wurden am Mittwoch beschlossen. 

«Frühjahrsfröste, Überschwemmungen, Hitzewellen – extreme Witterungsbedingungen haben diese drei Sektoren im heurigen Jahr vor besonders grosse Herausforderungen gestellt – und das nach dem Jahr 2020, das wegen der Corona-Krise bereits schwierig war», sagte EU-kommissar Janusz Wojciechowski.

Wein

Für den Weinsektor werden Risikomanagement-Instrumente, wie Ernteversicherungen und Fonds auf Gegenseitigkeit, stärker gefördert und die bereits bestehenden bis zum 15. Oktober 2022 verlängert. Für den Obst- und Gemüsesektor wurde festgelegt, dass die Unterstützung für Erzeugerorganisationen – für deren Berechnung normalerweise der Wert der Erzeugung zugrunde gelegt wird – nicht weniger als 85% des Vorjahresniveaus betragen darf.

Folgende Sondermassnahmen für Wein wurden beschlossen: Die EU-Länder können ihre nationalen Stützungsprogramme auch weiterhin jederzeit ändern (dies war bisher nur zweimal jährlich möglich, und zwar zum 1. März und zum 30. Juni jedes Jahres). Für Absatzförderungs- und Informationsmassnahmen, Umstrukturierung und Umstellung von Rebflächen, grüne und Investitionen wird die Möglichkeit, einen höheren Beitrag aus dem EU-Haushalt zu gewähren, bis zum 15. Oktober 2022 verlängert. Der Beitrag aus dem EU-Haushalt zur Ernteversicherung wurde bis zum 15. Oktober 2022 von 70 auf 80% erhöht.

Obst- und Gemüsesektor: 85% des Vorjahresniveaus

Für den Obst- und Gemüsesektor wurde festgelegt, dass die EU-Unterstützung für Erzeugerorganisationen – für deren Berechnung normalerweise der Wert der Erzeugung des betreffenden Jahres zugrunde gelegt wird – mindestens 85% des Vorjahresniveaus betragen muss, auch wenn der diesjährige Wert niedriger liegt.

Dieser Ausgleich wird gewährt, wenn die geringere Erzeugung mit Naturkatastrophen, Klimaereignissen, Pflanzenkrankheiten oder Schädlingsbefall in Zusammenhang steht, ausserhalb der Kontrolle der Erzeugerorganisation liegt und die Produktion im Vergleich zum Vorjahr um mindestens 35% zurückgegangen ist. Können die Betriebe nachweisen, dass sie vorbeugende Massnahmen gegen das Ereignis ergriffen haben, auf das die verringerte Erzeugung zurückzuführen ist, so wird als Wert der Produktion, der für die Unterstützung zugrunde gelegt wird, der Vorjahreswert herangezogen.

Erstes Massnahmenpaket im Mai 2020 verabschiedet

Wie berichtet, wurde aufgrund der beispiellosen Herausforderungen infolge der Pandemie bereits im Mai 2020 ein erstes Massnahmenpaket verabschiedet. Ergänzt wurden diese Massnahmen durch ein zweites Paket für den Weinsektor, das im Juli 2020 angenommen wurde.

Am Mittwoch wurden im Rahmen des Pakets mehrere Massnahmen in Form von Durchführungsrechtsakten verabschiedet. Für die delegierten Rechtsakte gilt noch ein zweimonatiger Prüfzeitraum durch das EU-Parlament und den Rat.

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Quelle: schweizerbauer.ch