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Eckpunkte „Waldstrategie 2050“ vorgestellt

  • Das deutsche Bundesland Baden-Württemberg stellt die Weichen in Richtung klimastabiler Wald. – Heinz Röthlisberger

Mit einer „Waldstrategie 2050“ will Baden-Württemberg die Weichen in Richtung klimastabiler Wälder stellen.

„Bei unseren Überlegungen gehen ökonomische, ökologische und soziale Aspekte Hand in Hand“, erklärte Forstminister Peter Hauk bei der Vorstellung der Eckpunkte am vorigen Donnerstag beim Forum Waldzukunft in Freiburg.

Die insgesamt 21 Ziele der Waldstrategie stünden gleichwertig nebeneinander. Sie reichten von der Stärkung von Kommunikation und Vernetzung, dem Erhalt aller Waldfunktionen durch aktives Waldmanagement, dem Waldmanagement zu Kohlenstoffspeicherung und Treibhausgasvermeidung, dem Interessensausgleich zwischen unterschiedlichen Waldnutzungsansprüchen bis hin zum Schutz von Waldbiodiversität und einem verstärkten Einsatz digitaler Technik.

Vielfältige Massnahmen

Die Ziele seien bewusst als Zustandsziele formuliert, um zu zeigen, wie eine Waldzukunft in Baden-Württemberg aussehen könnte. „Die vielfältigen Massnahmen, die zur Zielerreichung erforderlich sind, können nun gemeinsam mit den Akteuren rund um den Wald erarbeitet werden. Erste dringende Handlungsfelder sind im aktuellen Arbeitsstand bereits enthalten“, erläuterte Hauk.

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) wertete die Stossrichtung der baden-württembergischen „Waldstrategie 2050“ als grundsätzlich richtig, warnte aber vor den Folgen einer schnellen Klimaveränderung. „Die Wälder sind die Ökosysteme, an denen wir am schnellsten und eindrücklichsten sehen können, wie dramatisch die Auswirkungen des Klimawandels sind“, erklärte der NABU-Landeschef von Baden-Württemberg, Johannes Enssle.

Vorboten einer dramatischen Entwicklung

Die Dürre- und Hitzewellen der letzten beiden Jahre seien dabei erst die Vorboten einer noch viel dramatischeren Entwicklung, die noch bevorstehe. „Wenn es uns nicht gelingt, die Klimakrise abzuwenden, werden wir unsere Wälder in wenigen Jahren nicht wiedererkennen“, sagte Enssle voraus. Die Vorstellung mancher Forstleute, der deutsche Wald könne durch vermehrte Holznutzung das Klima retten, hält man beim NABU für völlig realitätsfern. Vielmehr werde der Wald eines der ersten Opfer der Klimakrise sein.

„Wenn Wälder absterben oder gar brennen, verwandeln sie sich von einer CO2-Senke zu einer CO2-Quelle und werden damit selbst zu einem Treiber des Klimawandels“, so der baden-württembergische NABU-Landeschef.

 

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Quelle: schweizerbauer.ch